Berlin

Nach Angriff: Ab Sonntag Sicherheitsdienst in Berliner Kirche

Die Erzdiözese Berlin will deutlich machen, dass sie den gewaltsamen Angriff auf einen Pfarrer und seinen Bruder während eines Gottesdienstes ernst nimmt. Ab kommendem Sonntag wird daher ein Sicherheitsdienst in der Berliner Kirche St. Joseph anwesend sein.

Kirche Sankt Joseph
„Die sichtbaren physischen Folgen sind – Gott sei Dank – bei den angegriffenen Männern nicht gravierend, die Verunsicherung dagegen, die der Angreifer ausgelöst hat, wird nicht so einfach weggehen“, so Bistumssprecher Förner. Foto: Markus Nowak (KNA)

Nach dem gewaltsamen Angriff auf einen Pfarrer und seinen Bruder während der heiligen Messe in der Berliner Kirche St. Joseph soll es dort ab kommendem Sonntag einen Sicherheitsdienst geben. Dies berichtet die „Katholische Nachrichten-Agentur“ (KNA) unter Berufung auf den Pressesprecher des Bistums Berlin, Stefan Förner. Dies solle deutlich machen, dass die Erzdiözese den Vorfall ernst nehme, so Förner.

Geplante Tat gegen die Kirche?

Laut Förner sei auch aktuell bereits ein Sicherheitskonzept für die Kirche vorhanden – bei dem Angriff am vergangenen Sonntag sei aber kein Sicherheitsdienst präsent gewesen. Der Bruder des Geistlichen, der von einem Unbekannten während der Predigt niedergeschlagen wurde, Holger Doetsch, hatte zuvor im Gespräch mit der Tagespost einen Sicherheitsdienst in den Kirchen gefordert. Bei dem betroffenen Pfarrer handelt es sich um einen Mitarbeiter der Apostolischen Nuntiatur.

Auf die Frage nach seinem Befinden anwortete Doetsch gegenüber der Tagespost: „Nicht gut, man nimmt das mit. Das hat sich tief bei mir eingebrannt. Ich hatte die Bilder von Taizé und dem Angriff auf Frère Roger und die Ermordung des französischen Priesters Jacques Hamel vor mir.“ Seiner Wahrnehmung nach ging es „um eine geplante Tat gegen die Kirche. Und das muss Folgen haben“.

Verunsicherung wird nicht so einfach verschwinden

Wie KNA weiter berichtet, gelte die Sorge des Erzbistums Berlin dem Wohlergehen des betroffenen Priesters, seines Bruders und der unmittelbar danebenstehenden Messdienerin sowie den mitfeiernden Gläubigen. „Die sichtbaren physischen Folgen sind – Gott sei Dank – bei den angegriffenen Männern nicht gravierend, die Verunsicherung dagegen, die der Angreifer ausgelöst hat, wird nicht so einfach weggehen“, so Bistumssprecher Förner.

Die Kirche St. Joseph dient derzeit als Ersatzort der im Umbau befindlichen Sankt-Hedwigs-Kathedrale. Geistliche der Botschaft des Papstes und des Militärbischofsamtes feiern regelmäßig Gottesdienste in der Berliner Kathedrale.  DT/mlu

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