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Gänswein spricht von „Abrechnungs-Kampagne“ gegen Benedikt

Es gebe eine Strömung, „die seine Person und seine Arbeit wirklich zerstören will“, beklagt der Privatsekretär des Emeritus. Der Missbrauchsskandal sei die „ideale Gelegenheit“ dafür.
Erzbischof Georg Gänswein:  "Man müsse zwischen einem Fehler und einer Lüge unterscheiden“.
Foto: imago images | Wer Benedikt kenne, wisse, dass die Anschuldigung, er habe gelogen, absurd sei. Man müsse „zwischen einem Fehler und einer Lüge unterscheiden“, betonte Gänswein.

Der Privatsekretär des emeritierten Papstes Benedikt XVI., Erzbischof Georg Gänswein, spricht nach der Veröffentlichung des Münchner Missbrauchsgutachtens und der anhaltenden medialen Kritik an Benedikt von einer „Kampagne“ gegen das frühere Kirchenoberhaupt. Im Gespräch mit der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ erklärte Gänswein am Mittwoch: „Es gibt eine Strömung, die seine Person und seine Arbeit wirklich zerstören will.“ Diese Strömung habe „seine Person, seine Theologie und sein Pontifikat nie geliebt“, so Gänswein in dem Interview, aus dem zuerst die „Austria Presseagentur“ zitierte.

Gänswein: "Es gibt so viel Dreck"

Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche in Deutschland würde eine „ideale Gelegenheit zur Abrechnung“ bieten, so Erzbischof Gänswein weiter. Es gebe viele, die sich von diesem „feigen Angriff“ täuschen lassen würden, „es gibt so viel Dreck“, so der 65-Jährige wörtlich. Wer Benedikt kenne, wisse, dass die Anschuldigung, er habe gelogen, absurd sei. Man müsse „zwischen einem Fehler und einer Lüge unterscheiden“, betonte Gänswein.

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Joseph Ratzinger sei zudem der erste gewesen, der im Kampf gegen Pädophilie in der katholischen Kirche als Kardinal gehandelt und als Papst die Linie der Transparenz fortgesetzt habe. Während Benedikt XVI. seinen am Dienstag veröffentlichten persönlichen Brief verfasst habe, „dachte er an die Missbrauchsopfer und vor seinen Augen hatte er Gott selbst“, so Gänswein. 

Tiefe Scham, großer Schmerz

In der ausführlichen Stellungnahme Benedikts bringt der emeritierte Papst seine „tiefe Scham, meinen großen Schmerz und meine aufrichtige Bitte um Entschuldigung gegenüber allen Opfern sexuellen Missbrauchs zum Ausdruck“. Wörtlich schreibt er: „Jeder einzelne Fall eines sexuellen Übergriffs ist furchtbar und nicht wieder gut zu machen. Die Opfer von sexuellem Missbrauch haben mein tiefes Mitgefühl und ich bedauere jeden einzelnen Fall.“

Die fehlerhafte Darstellung in seiner ursprünglichen, für das Münchner Gutachten angefertigten Stellungnahme, was die Frage seiner Teilnahme an der Ordinariatssitzung vom 15. Januar 1980 betrifft, sei nicht beabsichtigt gewesen, und „so hoffe ich, auch entschuldbar“. Dass das Versehen seiner Berater ausgenutzt worden sei, „um an meiner Wahrhaftigkeit zu zweifeln, ja, mich als Lügner darzustellen“, habe ihn „tief getroffen“, so Benedikt.  DT/mlu

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