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Europa braucht Versöhnung und Einigkeit

Papst Franziskus würdigt Zypern als Kreuzungspunkt der Zivilisationen und mahnt zum Dialog.
Papst Franziskus in Zypern
Foto: Alessandra Tarantino (AP) | In seiner Ansprache an den Präsidenten, die Regierung und die Zivilgesellschaft der geteilten Mittelmeerinsel im Präsidentenpalast von Nikosia ging der Papst direkt auf die Zypern-Frage ein.

Der europäische Kontinent brauche Versöhnung und Einigkeit, denn nationalistische Interessen würden ihn nicht voran bringen,  hat Papst Franziskus am Donnerstagabend auf Zypern gemahnt. In seiner Ansprache an den Präsidenten, die Regierung und die Zivilgesellschaft der geteilten Mittelmeerinsel im Präsidentenpalast von Nikosia ging der Papst direkt auf die Zypern-Frage ein: Es sei „ein schrecklicher Riss, unter dem dieses Land seit Jahrzehnten leidet“. Er bete für den Frieden der ganzen Insel, so Franziskus, der die Anwesenden aufforderte, „an die geduldige und sanfte Kraft des Dialogs zu glauben“.

Papst: Hass darf nicht Oberhand gewinnen

Der Papst mahnte zu einer „Kraft der Gesten, die den Frieden vorbereitet“. Der Hass dürfe nicht die Oberhand gewinnen. Vielmehr müsse man an die künftigen Generationen denken, die eine friedliche und vereinte Welt erben wollen, die nicht von ungelösten Streitigkeiten belastet ist. Franziskus bedauerte, dass das Mittelmeer heute zu einem Ort des Konflikts und der Tragödien geworden sei. Es solle jedoch die Völker verbinden und nicht trennen.

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Zypern sei seit jeher ein „Kreuzungspunkt der Zivilisationen“ und trage die Berufung zur Begegnung in sich, so der Papst, der versicherte, als Pilger gekommen zu sein. Gleichwohl erinnerte er an den die Gesellschaft bereichernden Beitrag der zahlreichen Einwanderer, unter denen auch viele maronitische Christen sind, und mahnte die Anerkennung der katholischen Einrichtungen auf Zypern an.

Das einzige geteilte Land in Europa

Zuvor hatte Staatspräsident Nikos Anastasiadis in seiner Rede dem Papst die südzypriotische beziehungsweise griechische Sicht des Zypern-Konfliktes referiert. Der Präsident sprach über die „anhaltende militärische Besetzung von 36 Prozent des Landes durch die Türkei“, von der weiter ungelösten Frage der Vermissten, von der Vertreibung von 30 Prozent der Bevölkerung sowie von Plünderungen in den türkisch besetzten Gebieten. „Wir bemühen uns seit 46 Jahren um einen Dialog“, so Anastasiadis. „Trotz aller Bemühungen sind wir nach wie vor das einzige geteilte Land in Europa. Wir haben es immer wieder mit Versuchen zu tun, den nördlichen Teil zu militarisieren und dem Osmanischen Reich zu unterwerfen.“ Zypern hoffe darum auch auf die Hilfe des Heiligen Stuhles, so der Präsident, der die vatikanische Diplomatie lobte.

Papst Franziskus begann am Donnerstagnachmittag seine 35. Auslandsreise, die zugleich die zweite offizielle Reise eines Papstes nach Zypern ist. Am Samstag wird er von Nikosia nach Athen weiterreisen.  DT/sba

Lesen Sie einen ausführlichen Bericht über den Besuch von Papst Franziskus auf Zypern in der kommenden Ausgabe der „Tagespost“.

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