Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Paris

Bischöfe Frankreichs rufen zu Gebet und Fasten auf

Die Entscheidung Putins zu einem militärischen Angriff auf die Ukraine breche einseitig einen jahrelangen Friedensprozess ab, so die französischen Bischöfe. Und er verstoße gegen das Völkerrecht.
Pro-ukrainische Demonstration in Paris
Foto: Maylo / Starface via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Am Mittag hat Präsident Emmanuel Macron eine Videobotschaft an das französische Volk gerichtet. Präsident Putin habe die Ukraine nicht nur angegriffen, sondern beschlossen, die Souveränität des Landes mit Füßen zu ...

Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine rufen die französischen Bischöfe ihre Gläubigen zu einem Tag des Betens und des Fastens am Aschermittwoch auf. Im Namen der französischen Bischöfe lädt der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Eric de Moulins-Beaufort, die französischen Christen ein, „für die Ukrainer und die Rückkehr des Friedens in die Ukraine zu beten, für alle Opfer der blinden Gewalt, die der Krieg mit sich bringt. Beten wir auch für das gesamte russische Volk in seiner Vielfalt. Vergessen wir in unserem Gebet nicht die Soldaten, die Familien, die trauern werden, die Menschen, die verletzt werden. Vergessen wir auch nicht die Zivilbevölkerung und unter ihnen die Schwächsten und die Armen, die allzu oft die ersten Opfer von Konflikten sind. Die Verantwortung der Machthaber, die den Krieg beschließen, ist ihnen gegenüber immens.“

Gebet und Fasten am Aschermittwoch

Die Entscheidung Putins zu einem militärischen Angriff auf die Ukraine breche einseitig einen jahrelangen Friedensprozess ab und verstoße gegen das Völkerrecht, so der Erzbischof von Reims. „Die die Ukrainer verteidigen ihr Land mit all dem, was es an Geschichte und Kultur, an einem würdevollen Weg in die Freiheit repräsentiert.“

Lesen Sie auch:

Gebet und Fasten gerade am Aschermittwoch solle für Frieden und Gerechtigkeit aufgeopfert werden. „Möge der Herr die Regierenden erleuchten, die Herzen bekehren, die bekehrt werden müssen, und all jene unterstützen, die sich für die Wiederherstellung des Friedens, des Dialogs und der Eintracht zwischen den Völkern einsetzen werden. Möge er die Bischöfe der verschiedenen Konfessionen zu Worten und Gesten inspirieren, die Trost spenden und dem wahren Geist des Friedens dienen“, endet Moulins-Beaufort seinen Aufruf.

Am Mittag hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine Videobotschaft an das französische Volk gerichtet. Präsident Putin habe die Ukraine nicht nur angegriffen, sondern beschlossen, die Souveränität des Landes mit Füßen zu treten. „Er hat beschlossen, dem Frieden und der Stabilität in unserem Europa den schwersten Schaden seit Jahrzehnten zuzufügen.“

Frankreich werde gemeinsam mit seinen internationalen Partnern entsprechend reagieren. „Der Krieg ist da und wir sind bereit. Auf diesen kriegerischen Akt werden wir ohne Schwäche, mit kühlem Kopf, Entschlossenheit und Einigkeit reagieren“, betonte der Präsident. „Die Sanktionen gegen Russland werden der Aggression, derer es sich schuldig gemacht hat, angemessen sein, und wir werden militärisch, wirtschaftlich und energiepolitisch keine Schwächen zeigen.“  DT/fha

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Emmanuel Macron Erzbischöfe Wladimir Wladimirowitsch Putin

Weitere Artikel

Putin setzt auf Kälteterror, und Ungarns Regierungschef Viktor Orbán interessiert sich mehr für billiges Gas aus Russland als für das Sterben im Nachbarland Ukraine.
09.02.2026, 16 Uhr
Stephan Baier
Wenn der Römer essen geht, werden die Schlagzeilen sortiert: Was ist falsch, was könnte stimmen, wer hat was warum lanciert.
01.02.2026, 05 Uhr
Mario Monte
In Alaska empfing Donald Trump den russischen Präsidenten auf dem roten Teppich und mit Applaus. Wolodymyr Selenskyj muss heute in Washington auf einen ganz anderen Empfang gefasst sein.
18.08.2025, 11 Uhr
Stephan Baier

Kirche

Nach Treffen zwischen Fernández und Pagliarani lässt der Vatikan verlauten: Bischofsweihen würden ins Schisma führen. Stattdessen soll ein Dialog theologische Differenzen klären.
12.02.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Johannes Hartl hat theologische Ansätze kritisiert, die überlieferte Glaubenswahrheiten relativieren. Warum Hartl recht und seine Kritiker unrecht haben.
12.02.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
... sicherlich mehr als nur Orte der Stille und Besinnung: Die Horváth-Studie legt die Erwartungen der Menschen an die Institution in Deutschland offen.
12.02.2026, 15 Uhr
Barbara Stühlmeyer
Vor dem Landgericht München II müssen sich zwei Angeklagte wegen Untreue und Bestechlichkeit verantworten. Der ehemalige Bischof Gregor Hanke sagt als Zeuge aus.
11.02.2026, 11 Uhr
Meldung