München

Aymans: "Bei der Amtsfrage geht es ums Ganze"

Deutschland kann weltkirchlich nicht Avantgarde sein. Auch wenn von der Würzburger Synode Anstöße ausgegangen seien, auf die Forderungen des synodalen Weges lässt sich das nicht übersetzen, meint der Münchner Kirchenrechtler Winfried Aymans.

Protest im Umfeld des «Synodalen Weges»
Besonders in der Amtsfrage geht es ums Ganze, nämlich um ein sakramentale Kirchenverständnis. Die Forderungen des synodalen Weges lassen sich weltkirchlich nicht als avantgardistisch vertreten. Im Bild: Demonstration im Umfeld des synodalen Weges. Foto: Andreas Arnold (dpa)

Nach der Änderung des Kirchlichen Gesetzbuchs, mit der Papst Franziskus Frauen als Lektorinnen und Akolythinnen zugelassen hat, warnt der Münchner Kirchenrechtler Winfried Aymans warnt vor falschen Schlussfolgerungen. Im Gespräch mit der „Tagespost“ wendet er sich gegen Thesen, Deutschland könne als Avantgarde eine Zulassung von Frauen zum Weiheamt anstoßen.

Anstöße aus Deutschland

Angesprochen auf die vor fünfzig Jahren tagende Würzburger Synode, in der Verlauf in Deutschland die Handkommunion und Meßdienerinnen in der kirchlichen Praxis etabliert wurden, erläuterte Aymans, in diesen Punkten seien in der Tat Anstöße für Veränderungen in mehreren Ländern der Weltkirche vom deutschsprachigen Raum ausgegangen. Zugleich widersprach er der Vorstellung, die Linien von der Würzburger Synode auszuziehen: „Von daher aber eine ökumenische Erwartung in der strittigen Amtsfrage zu konstruieren, kann nur von theologischen Leichtfüßen her kommen."

Bei der Amtsfrage geht es ums Ganze, nämlich um das sakramentale Kirchenverständnis. In dieser Hinsicht muss die katholische Kirche ein Fels in der Brandung sein und bleiben.“ Die katholische Kirche wisse sich eins mit allen Kirchen orientalischer Tradition.

Amtsfrage nicht nivellieren

Auch wenn die Auftritte katholischer Bischöfe mit Kirchenführern protestantischer Denominationen „ihren guten Sinn“ hätten als Zeichen dafür, dass Vieles beide Konfessionen im Glauben an Jesus Christus miteinander verbindet trenne uns leider auch Entscheidendes. Ausdrücklich warnte der emeritierte Münchner Lehrstuhlinhaber davor, die Amtsfrage zu nivellieren. DT/reg

Lesen Sie das ganze Interview mit dem Kirchenrechtler Winfried Aymans in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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