Fulda

Bischöfe bleiben bei Plan für "Synodalen Weg"

Lange und kontrovers hatten die deutschen Bischöfe über den "Synodalen Weg" gestritten. Während manche ihren Widerspruch bereits öffentlich machten, bekräftigte der DBK-Vorsitzende, Kardinal Reinhard Marx, die Pläne.

Bischöfe stimmen mehrheitlich für Statutenentwurf des "Synodalen Wegs"
Nach Informationen der "Tagespost" hatten die Bischöfe in geheimer Abstimmung den Statutenentwurf mehrheitlich angenommen. Dabei habe es zwölf Gegenstimmen und eine Enthaltung gegeben. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa)

Die Deutsche Bischofskonferenz hält an ihrem bisherigen Plan für den "Synodalen Weg" fest. "Wir sind zu einem guten Ergebnis gekommen und haben das ganze einmütig abschließen können", sagte der Vorsitzende, Kardinal Reinhard Marx, zum Abschluss der Herbst-Vollversammlung in Fulda. Trotz der Ablehnung des am Mittwoch beschlossenen Satzungsentwurfs durch einzelne Bischöfe würden alle Oberhirten den Weg mitgehen, so der Kardinal. 

Nach Informationen der "Tagespost" hatten die Bischöfe in geheimer Abstimmung den Statutenentwurf mehrheitlich angenommen. Dabei habe es zwölf Gegenstimmen und eine Enthaltung gegeben. Marx erklärte am Donnerstag, er habe die Bischöfe im Anschluss an diese Abstimmung erneut befragt, ob dieses Ergebnis bedeute, dass nicht alle den "Synodalen Weg" mitgehen würden. Diese grundsätzliche Einmütigkeit sei ihm auch mit Blick auf Finanzierungsfragen wichtig gewesen, die  Einstimmigkeit unter den Bischöfen erfordere, so Marx.

Voderholzer behält sich Rückzug vor

Am Donnerstagvormittag hatten Kardinal Rainer Maria Woelki und Bischof Rudolf Voderholzer in persönlichen Stellungnahmen bekanntgegeben, gegen den Entwurf gestimmt zu haben. Die Ankündigung Voderholzers, sich aus dem "Synodalen Weg" zurückzuziehen, sollte dieser in eine für ihn nicht tragbare Richtung führen, bezeichnete Marx als legitim. Auch die Möglichkeit, dass einzelne Bischöfe Beschlüsse des "Synodalen Wegs" nicht umsetzen, sei kein grundsätzliches Hindernis. "Dann ist es halt so", sagte Marx. Ausdrücklich wies er darüber hinaus die Deutung Voderholzers zurück, der nun angestrebte Prozess instrumentalisiere die Missbrauchskrise. 

Weiter betonte der DBK-Vorsitzende, dass es niemals zur Diskussion gestanden wäre, einen nationalen Sonderweg zu beschreiten. Dies habe er auch bei den Gesprächen in Rom in der vergangenen Woche deutlich gemacht, erklärte Marx. Er werde die nun von den Bischöfen beschlossenen Statuten für den "Synodalen Weg" erneut im Vatikan bekannt machen.

Kontroverse Debatte mit dem Nuntius

Bereits am Montagabend hätten die Bischöfe außergwöhnlich lange über den Brief von Papst Franziskus an die deutschen Katholiken gesprochen. Die Diskussion, an der auch Nuntius Nikola Eterovic teilgenommen hatte, sei lebendigt und kontrovers verlaufen, berichtete Marx.

Beschlüsse könnten auf dem "Synodalen Weg" nach dem Beschluss der Bischöfe nur mit einer Mehrheit gefasst werden, die mindestens zwei Drittel der Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz umfasse, sagte Marx. Er strebe allerdings keine knappen Mehrheiten an. "Wir brauchen doch am Ende große, große Einmütigkeit", so der Kardinal. Ziel der Synodalität sei es weniger, die eigene Position durchzusetzen, als sich auf andere Positionen zuzubewegen. Marx wörtlich: "Niemand kann bei dem bleiben, was in den 'Synodalen Weg' einbringt." Vielmehr müsse jeder Teilnehmer "verändert rausgehen".

Nach Angaben von DBK und Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) werde der Statutenentwurf Mitte Oktober vom Hauptausschuss des ZdK beraten. Die finale Fassung der Statuten sollen demnach durch Marx, seinen Stellvertreter Bischof Franz-Josef Bode und zwei Mitgliedern des ZdK-Präsidiums "festgestellt" werden. Am Plan, den "Synodalen Weg" zum Ersten Advent zu beginnen, hielten die Beteiligten fest.

DT/kma

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