Klagenfurt/Würzburg

Freistetter sieht Zukunft von Bistum Gurk optimistisch

Seit Juni leitet Militärbischof Werner Freistetter im Auftrag des Papstes die aufgewühlte Diözese Gurk-Klagenfurt. Noch fehle ihm ein vollständiges Bild der Lage, erklärte er nun.

Wie Papst Franziskus die aufgewühlte Kärnter Kirche befrieden will
Militärbischof Werner Freistetter (rechts, neben Diözesan-Pressesprecher Matthias Kapeller) will als Apostolischer Administrator weder "Inquisitor" noch Untersuchungsrichter sein. Foto: Baier

Eine optimistische Bilanz seiner bisherigen Tätigkeit als Apostolischer Administrator der Diözese Gurk-Klagenfurt hat Österreichs Militärbischof Werner Freistetter gezogen. „Ich mache mir keine Sorgen um die Zukunft in Kärnten“, sagte er der Kronenzeitung (Mittwoch). Er sehe in der Diözese viel Potenzial und „viele Menschen guten Willens“, auch wenn die Situation komplex sei.

Freistetter war von Papst Franziskus Ende Juni als Apostolischer Administrator eingesetzt worden. Damit ist das seit über einem Jahr vakante Bistum Gurk-Klagenfurt derzeit faktisch direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt. Grund für diesen Schritt waren die seit Monaten anhaltenden Spannungen in der Kärntner Teilkirche nach einem Finanzskandal um den früheren Bischof Alois Schwarz.

Freistetter: Bewertungen gehen auseinander

Freistetter erklärte weiter, er führe derzeit viele Gespräche, unter anderem mit Mitarbeitern der Kirchenbeitragsstellen. Er könne sich aus den unterschiedlichen Aussagen bislang jedoch noch kein vollständiges Bild der Lage machen. „Die Beurteilungen der Situation sind völlig unterschiedlich. Was allen gemeinsam ist: Sie wollen eine gute Lösung.“

Für die weitere Aufarbeitung halte Freistetter einen moderierten Gesprächsprozess für denkbar. „Ich spreche für Kärnten nicht gleich von einer Synode.“ Er selbst werde einen solchen Prozess in der kurzen Zeit, die er voraussichtlich in der Diözese bleibe, ohnehin nicht organisieren können. „Aber ein neuer Bischof könnte mit einem Externen, der das gut moderiert, diesen Weg gehen.“

Kritik und Ermittlungen gegen früheren Bischof

Im Bistum Gurk-Klagenfurt wird wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung bei einer Großspende ermittelt. Zudem gibt es Vorwürfe wegen angeblich fragwürdiger Personalentscheidungen sowie undurchsichtiger Vorgänge im Amts-, Führungs- und Lebensstil von Bischof Alois Schwarz. Der amtierende Bischof von Sankt Pölten leitete war von 2001 bis Mitte 2018 Bischof in Gurk-Klagenfurt. Er weist die Vorwürfe kategorisch zurück.

Nach dem Wechsel Schwarz‘ ist die Diözese Gurk seit Sommer 2018 vakant. Die Leitung übernahm zunächst der vormalige Generalvikar Engelbert Guggenberger als Diözesanadministrator. Er leitete auch eine Untersuchung der Vorwürfe gegen Schwarz ein. Im Dezember 2018 beauftragte Papst Franziskus den Salzburger Erzbischof Franz Lackner mit einer Apostolischen Visitation der Diözese, die im März abgeschlossen wurde. Im Juni dieses Jahres ernannte Franziskus schließlich Freistetter zum Apostolischen Administrator in Gurk-Klagenfurt.

DT/kma/KNA