Zürich/Bonn

Bürcher besucht Kirchenparlament

Mit Peter Bürcher hat erstmals ein Churer Bistumsleiter die Zürcher Landeskirche besucht. Diese kam in der Vergangenheit in Konflikt mit der Diözese.

Eine Schweizer Flagge weht vor Bergpanorama
Das duale System der katholischen Kirche in der Schweiz hat in der Vergangenheit wiederholt für Kritik gesorgt. Foto: Peter Schneider (KEYSTONE/EPA)

Mit dem Churer Administrator Peter Bürcher hat erstmals ein Bischof das Zürcher Kirchenparlament besucht. Am vergangenen Donnerstag nahm Bürcher an der Eröffnungssitzung des Gremiums teil und feierte einen Gottesdienst mit den Delegierten. Der emeritierte Bischof von Reykjavik ist nach dem Rücktritt des früheren Churer Bischofs Vitus Huonder seit Ende Mai als Apostolischer Administrator eingesetzt.

Konzelebrant Annen schrieb Brandbrief an den Papst

Bürcher suche bewusst den Kontakt zu den staatskirchenrechtlichen Körperschaften, erklärte er in seiner Predigt. Konzelebrant war laut Berichten dabei auch der Delegierte des Administrators für den Kanton Zürich, Josef Annen. Dieser hatte im April in einem offenen Brief an den Papst tiefgreifende Reformen gefordert. So brauche es „in der katholischen Kirche synodale Prozesse, in denen die Zugangsbedingungen zu den kirchlichen Ämtern (Pflichtzölibat, Ausschluss von Frauen) regional entschieden werden können“, hieß es in dem Schreiben.

In der Vergangenheit gab es Auseinandersetzungen zwischen der Kantonalkirche und Bischof Huonder. Er gilt als starker Kritiker des dualen Schweizer Systems. So hatte etwa Bischof Huonder im Interview mit der „Tagespost“ vom April erklärt, wenn die Körperschaften „weiter gegen die Lehre der Kirche handeln, werden Bischöfe zum Austritt aus diesen Körperschaften aufrufen müssen“. Administrator Bürcher forderte das Kirchenparlament nun auf, sich für die Einheit der Kirche einzusetzen. „Seien Sie sich bei Ihren Tätigkeiten stets bewusst, dass wir Teil der großen, weltweiten Kirche sind, die nicht unsere Kirche ist, sondern die Kirche Jesu Christi.“

DT/kma