KI – die Abkürzung ist in aller Munde. Nicht nur deswegen, weil die Welt auf eine Enzyklika zu diesem Thema wartet, die der Papst in den nächsten Tagen veröffentlichen wird. Jetzt hat er auch schon eine Kommission zur Künstlichen Intelligenz eingerichtet. Das Thema ist auch längst im Alltag angekommen. Ob junger „Digital Nerd“ oder Rentner der Generation 60 plus: Jeder wird heute mit den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz konfrontiert, gerade auch dann, wenn er es auf den ersten Blick überhaupt nicht merkt. Dass dies zur ethischen Herausforderung werden kann, scheint klar.
KI als „katholischer Intellekt“: Der Würzburger Weihbischof Paul Reder lieferte jetzt zum Katholikentag eine andere Auflösung dieses Kürzels, die gleichzeitig aber auch auf die Lösung des ethischen Problems verweist. Wichtig ist dabei, an wen der Bischof seinen Appell gerichtet hat, denn genau so sind seine Worte zu verstehen.
Katholischer Intellekt in Kirche und Gesellschaft dringend gebraucht
Reder hielt die Festrede beim Kommers der katholischen Akademikerverbände, der zum Katholikentag am Freitagabend im Würzburger Studentenhaus stattfand. Der Weihbischof, der selbst dem Unitas-Verband angehört, sprach also zu katholischen Akademikern. Den katholischen Korporationen schrieb er ins Stammbuch, dass genau jenem KI, dem katholischen Intellekt, eine besondere Aufgabe zukomme, er werde in der Kirche, aber auch der Gesellschaft dringend benötigt.
Zuvor hatte Reder in Anlehnung an das alte Motto der Aufklärung „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ dazu aufgefordert, dies auf die Religion zu übertragen: Habe Mut, zu glauben. Es gehöre eben Mut dazu, sich dem Wagnis dieses christlichen Glaubens auszusetzen. Dieser Mut sei aber nicht eine Eigenschaft, die man habe, wie etwa Musikalität oder Sportlichkeit. Ihm liege eine Entscheidung zugrunde. Und da kommt dann eben auch der katholische Intellekt zum Tragen.
Besonders viel Mut gehörte nicht dazu, für die Rede des Weihbischofs zu klatschen. Sprach er doch hier über das Selbstverständnis seiner Zuhörer. Manche in der Corona standen aber sogar auf, um durch solche „Standing Ovations“ ihrer Zustimmung noch mehr Ausdruck zu geben.
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