Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung

Vatikan: Abtreibung gehört nicht zur Fortpflanzungsmedizin

Der Vatikan äußert sich in einem Schreiben besorgt über die Pläne für eine "gefahrlose Abtreibung" der Vereinten Nationen. Man sei gegen jede Gesetzgebung, die Abtreibung legalisiere.
Vor dem Referendum in Irland
Foto: Karl Burke (dpa) | 24.05.2018, Irland, Dublin: Eine Passantin geht an einem Schaufenster im Stadtteil Temple Bar vorbei, in dem dafür geworben wird, beim Referendum für die Abschaffung des Verfassungszusatzes zum Abtreibungsverbot zu ...

Anlässlich der Weltgesundheitskonferenz der Vereinten Nationen in Genf hat sich der Vatikan besorgt über Pläne für eine „gefahrlose Abtreibung“ geäußert. „Der Heilige Stuhl betrachtet Abtreibung nicht als Bestandteil der Fortpflanzungsmedizin“, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Schreiben des Ständigen Beobachters des Vatikan bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Ivan Jurkovic. Der Heilige Stuhl sei zudem gegen jede Form der Gesetzgebung, die Abtreibung legalisiere.

UN-Experten fordern die Gesetzgeber weltweit zur Lockerung strenger Abtreibungsgesetze auf. Alle Strafmaßnahmen und „diskriminierenden Barrieren“ gegen Schwangerschaftsabbrüche gehörten beseitigt. Bereits in der Vergangenheit hatte es immer wieder Diskussionen zwischen den Vereinten Nationen und dem Vatikan rund um das Thema Abtreibung gegeben.

Dabei hatten Vertreter der katholischen Kirche unter anderem kritisiert, dass die Rechte ungeborener Kinder zu wenig berücksichtigt würden und es kein „Recht auf Abtreibung“ geben dürfe. Zudem dürfe Abtreibung auch nicht als Instrument gegen Unterentwicklung propagiert werden.

DT/KNA

 

Themen & Autoren
Reproduktionsmedizin Schwangerschaftsabbruch UNO Vatikan

Weitere Artikel

Warum die Sorgen von Kindern, Leihmüttern und Eizellspenderinnen in der Reproduktionsmedizin mehr Beachtung finden müssen.
22.07.2026, 21 Uhr
Christoph von Ritter
Noch gibt es nur Indizien. Aber klar ist: Die EU-Gleichheitsstrategie hat die Förderung von LGBTQ-Themen zur Querschnittsaufgabe aller EU-Institutionen und Förderprogramme gemacht.
16.12.2025, 08 Uhr
Franziska Harter
Der US-Bundesstaat Massachusetts senkt die Hürden für Spätabtreibungen. Lebensschützer sprechen von einer faktischen Freigabe bis zur Geburt.
12.08.2026, 18 Uhr
José García

Kirche

Was den Katholiken ihr Bonifatiuswerk, ist den Protestanten das Gustav-Adolf-Werk. Ein Gespräch über dessen Arbeit und evangelische Zukunftsperspektiven mit Generalsekretär Enno Haaks.
28.08.2026, 13 Uhr
Benjamin Lassiwe
Es war wohl die Gnade des besseren Arguments: Wie der bekannte amerikanische Youtuber und Philosoph Joe Schmid vom Agnostiker zum Katholiken wurde.
27.08.2026, 19 Uhr
Sebastian Ostritsch
Acht Mittwochskatechesen lang wirbt Leo XIV. dafür, im nachkonziliaren Gottesdienst die wahrhaft göttliche Liturgie zu entdecken. Aufschlussreich ist auch, was der Papst nicht sagt.
26.08.2026, 17 Uhr
Guido Horst
In Rimini bekräftigte Papst Leo das Meeting von „Comunione e Liberazione“ darin, weiterhin auf Menschen guten Willens zuzugehen, um eine Zivilisation der Liebe aufzubauen.
27.08.2026, 15 Uhr
Guido Horst