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Archiv Inhalt Interview mit Politikwissenschaftlerin

Große Hoffnungen und ein paar Sorgen: Ungarns Zukunft in Europa    

Der ungarische Staat steht nach der Wahl am Scheideweg. Ein Gespräch mit der Politikwissenschaftlerin Melanie Barlai aus Budapest zu den aktuellen Umwälzungen in ihrem Land.
Péter Magyar muss ein zerrissenes Land zusammenführen
Foto: IMAGO/Jakub Porzycki (www.imago-images.de) | Die Hoffnungen, die auf dem Neuen ruhen, sie sind riesig: Péter Magyar muss ein zerrissenes Land zusammenführen – und nach außen in Europa neues Vertrauen schaffen.

Frau Barlai, Sie beobachten als Wissenschaftlerin die Entwicklung der politischen Verhältnisse in Ihrem Land. Blicken wir in die Zukunft. Der Wahlsieger Magyar trägt die politische DNA Orbáns in sich. Bleibt künftig doch alles beim Alten?  Ich würde sagen: Die Sorge ist nicht völlig unbegründet, aber sie greift zu kurz. Ja, Péter Magyar gehörte zum inneren Kreis von Fidesz. Aber die Signale seines gesamten Wahlkampfs und auch seiner ersten internationalen Pressekonferenz am Tag nach dem Wahlsieg gingen klar in eine andere Richtung: Er sprach von der Wiederherstellung von Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung und richterlicher Unabhängigkeit, vom Beitritt zur Europäischen Staatsanwaltschaft und von einem transparenteren Staat. Das ...

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