Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Wichita Falls

USA: Katholische Ärzte müssen keine Geschlechtsumwandlungen vornehmen

Ein Gericht in Texas urteilt: Katholische Ärzte können nicht gezwungen werden, Geschlechtsumwandlungen durchzuführen, wenn die Eingriffe nicht mit ihren religiösen Überzeugungen vereinbar sind.
Transgender-Debatte in den USA
Foto: Kathy Willens (AP) | Der Vizepräsident des Becket Funds, Luke Goodrich, der die Kläger vertrat, zeigte sich zufrieden mit dem Urteil.

Ein Bundesgericht im US-Bundesstaat Texas hat entschieden, dass ein katholisches Krankenhausnetz und eine Gruppe katholischer Ärzte keine Geschlechtsumwandlungen durchführen müssen, wenn die Operationen nicht mit ihrer Glaubens- oder Gewissensfreiheit vereinbar sind. 

Lesen Sie auch:

"Irreparable Verletzung" des Rechts auf Religionsfreiheit

Reed O’Connor, Richter am Bezirksgericht von Nordtexas, stimmte den Klägern, dem Krankenhausnetz „Franciscan Alliance“ und den „Christian Medical & Dental Associations“ (CMDA), in seinem Urteil zu. Die Kläger wandten sich gegen das sogenannte „Transgender-Mandat“, das die Regierung von US-Präsident Joe Biden im Mai wiedereingeführt hatte. O’Connor urteilte, die Regelung setze christliche Kläger unter „erheblichen Druck“, Geschlechtsumwandlungen sowie auch Abtreibungen durchzuführen. Wenn dies nicht mit den religiösen Überzeugungen der Ärzte vereinbar sei, stelle das einen „irreparable Verletzung“ ihres Rechts auf Religionsfreiheit dar.

Bereits im Jahr 2016 hatte die Regierung des damaligen Präsidenten Barack Obama die Vorschrift eingeführt, dass niemand aufgrund seiner sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität diskriminiert werden dürfe. Daher müssten Ärzte Operation zur Geschlechtsumwandlung durchführen und private Versicherungsanbieter die Kosten dafür übernehmen. Schon damals klagten die „Franciscan Alliance“ und CMDA gegen die Vorschrift.

"Sieg für den gesunden Menschenverstand"

Die Regierung von Bidens Vorgänger Donald Trump schaffte das Verbot der Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität im Jahr 2020 ab. Zudem führte sie Ausnahmeregelungen für Gesundheitsdienstleister ein, um deren Recht auf Religionsfreiheit sicherzustellen. Der demokratische Präsident Biden kehrte kurz nach seiner Amtseinführung jedoch wieder zu den Regeln zurück, die schon unter Obama eingeführt worden waren – zunächst per Dekret. Dabei stärkte ihm ein Urteil des Obersten Gerichtshofs den Rücken, wonach der Begriff „Geschlecht“ auch die sexuelle Orientierung sowie die persönlich empfundene Geschlechtsidentität umfasse. Im Mai führte dann das von Xavier Beccera geführte Gesundheitsministerium das „Transgender-Mandat“ offiziell wieder ein. 

Der Vizepräsident des Becket Funds, Luke Goodrich, der die Kläger vertrat, zeigte sich zufrieden mit dem Urteil: Es schütze Patienten, sei im Einklang mit der aktuellen medizinischen Forschung und stelle sich, „das Ärzte nicht gezwungen werden, gegen ihre eigenen religiösen Überzeugungen und ihr medizinischen Urteils zu handeln – ein Sieg für den gesunden Menschenverstand, die Gewissensfreiheit und die seriöse Medizin“.  DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Barack Obama Donald Trump Joe Biden Religionsfreiheit

Weitere Artikel

Endlose Kriege, Generalverdacht gegen Muslime und der Aufstieg Trumps: Die Anschläge vom 11. September 2001 prägen die Politik der USA bis heute. Hat man aus den Fehlern Bushs gelernt?
10.09.2026, 07 Uhr
Alexander Görlach
Unterstützung für Washington und goldene Brücken für Moskau: ein Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Mariano Barbato über die vatikanische Diplomatie in der Ukrainefrage. 
04.09.2026, 13 Uhr
Benjamin Leven
In der Hochphase hatte der links-progressive Konformismus Medien und Kulturbetrieb fest im Griff. Heute sei die Linke dabei, sich neu auszurichten, sagt Zeit-Journalist Ijoma Mangold.
18.09.2026, 17 Uhr
Benjamin Leven

Kirche

Künstliche Intelligenz kann Daten verarbeiten, aber keine Verantwortung übernehmen. Papst Leo XIV. verteidigte in „Magnifica Humanitas“ die menschliche Urteilskraft.
01.11.2026, 09 Uhr
Christoph Fehring
Es gibt ab Samstag neue US-amerikanische Selige: Fünf Franziskaner, die 1957 von Ureinwohnern in Georgia ermordet wurden. Der Grund: Sie verteidigten die monogame Ehe.
31.10.2026, 05 Uhr
Claudia Kock
Halloween wurde zum Filmthema – und machte den Grusel-Tag hierzulande populär. Ein Horrorfilm spiegelt gesellschaftliche Verhältnisse und hinterfragt Selbstverständliches.
31.10.2026, 11 Uhr
Fabian Bell
Ist es falsch, dass die Kirche sich gegen die Todesstrafe stellt? Nein, denn jeder Mensch hat eine unantastbare Würde. Und zwar nicht erst seit Papst Franziskus.
29.10.2026, 21 Uhr
Maximilian Welticke