Washington

USA: Transgender dürfen gegen Mädchen im Sport antreten

US-Präsident Biden hat ein Dekret unterschrieben, das es biologischen Jungen erlaubt, in Sportwettkämpfen gegen weibliche Konkurrenten anzutreten und deren Umkleideräume zu nutzen. Konservative Medien verurteilen die Entscheidung.
Leichtathletik-WM
Foto: Petr David Josek (AP) | Joe Biden will mit seinem Dekret zu Transperson in Sportwettkämpfen der Diskriminierung aufgrund der Genderidentität oder der sexuellen Orientierung vorbeugen. Konservative sehen das kritisch.

Der neue US-Präsident Joe Biden hat in den ersten Tag seiner Amtszeit bereits zahlreiche Dekrete unterzeichnet. Eines davon befasst sich mit dem Umgang mit Transgender-Personen im Sport: Es erlaubt Transgender-Sportlern, die biologische Jungen sind, bei sportlichen Wettkämpfen gegen biologische Mädchen anzutreten. Das konservative französische Wochenmagazin „Valeurs Actuelles“ nennt den Erlass „ein wenig kontrovers“.

Wer sich weigert, könnte nicht gefördert werden

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Die Verordnung ziele darauf ab, Schulen zu zwingen, Transgender-Personen in die weiblichen Wettkampfkategorien einzubeziehen. So heißt es in dem Dekret: „Die Kinder sollten lernen, ohne befürchten zu müssen, am Eingang zu den Toiletten, den Umkleideräumen oder bei Wettkämpfen abgewiesen zu werden“. Dies sei, wie Biden weiter feststelle, „die Politik meiner Regierung, um der Diskriminierung aufgrund der Genderidentität oder der sexuellen Orientierung vorzubeugen und sie zu bekämpfen“. Es könnte laut Informationen der Daily Mail sein, dass den Schulen die Förderung gestrichen werden, wenn sie sich weigerten, Transgendersportler zu akzeptieren.

Joe Biden habe mit seiner Unterzeichnung eine unter Barack Obama erlassene Gesetzgebung wieder eingeführt, schreibt Valeurs Actuelles, die von Donald Trump abgeschafft worden war. 

Mittel zur Spaltung der Gesellschaft

Das konservative britische Magazin „Spectator“ titelt „Bidens Transrechte-Agenda ist eine schlechte Nachricht für Frauen und Mädchen“. Der Artikel kommentiert: „Biden wird für seine Initiative zwar als ‚progressiv‘ bejubelt werden, doch lassen Sie sich nicht zum Narren halten: bei der Genderidentität geht es um ein Gefühl, das jemand für sich beansprucht. Und wenn dieses Gefühl das biologische Geschlecht als Mittel zur Spaltung der Gesellschaft verdrängt, sollten wir alle uns Sorgen machen“. Denn, so schreibt der Kommentator weiter: „Es muss klar sein, was dies in der Realität bedeutet: Jungen, die sich als Mädchen identifizieren, könnten bald die Umkleideräume von Mädchen benutzen, auch wenn Mädchen sich dabei unwohl fühlten. Und im Schulsport könnten Jungen, die sich als Mädchen identifizieren, bald mit ihnen konkurrieren, obwohl sie oftmals körperliche Vorteile haben“. 

Auch bei Twitter entwickelt sich unter dem Hashtag „Biden Erased Women“ derzeit eine heftige Diskussion. Denn es gehe ja, so stellt der Spectator fest, nicht nur um die amerikanischen Mädchen, sondern um mehr: „Wenn sie nicht als transphob – oder Schlimmeres – etikettiert werden wollen, wird von ihnen erwartet, Platz für solche Jungen zu machen, die sich als Mädchen identifizieren. Und nicht nur im Umkleideraum. Stipendien und geschützte Orte in der Politik und der Öffentlichkeit: Alles wird dann zu haben sein“. Die Sprecherin des Weißen Hauses Jen Psaki kündigte am ersten Amtstag Bidens zudem an, dass der neue Präsident das Verbot des Militärdienstes für Transpersonen rückgängig machen wolle.  DT/ks

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