Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Washington

US-Bischöfe kritisieren geplante Razzien gegen Migranten

Die rigide Einwanderungspolitik des US-Präsidenten Donald Trump stößt bei den US-Bischöfen auf Ablehnung. Der Vorsitzende der US-Bischöfe, Kardinal DiNardo, spricht von einem Vorgehen, das nicht weder mit amerikanischen noch mit christlichen Werten vereinbar sei.
Wahlkampf in den USA - Donald Trump
Foto: Carolyn Kaster (AP) | Großangelegte Razzien gegen Einwanderer ohne Papiere hatte der Republikaner Trump bereits für vergangenen Sonntag angekündigt. Die Verhaftungen in großem Stil blieben jedoch aus.

Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, seine Einwanderungspolitik zu verschärfen und großangelegte Razzien gegen Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung durchzuführen, stößt bei den US-Bischöfen auf deutliche Ablehnung. „Razzien, wie sie diese Woche von der Polizeibehörde ICE angekündigt wurden, trennen Familien, verursachen inakzeptables Leid von Tausenden von Kindern und ihren Eltern und führen zu massenhafter Panik“, erklärte der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Daniel DiNardo, in einer Stellungnahme auf der Website der Bischöfe.

Trump schafft "Klima der Angst" im ganzen Land

Er verurteile die Vorgehensweise der US-Regierung, so DiNardo weiter. Diese habe ein „Klima der Angst“ in den Gemeinden im ganzen Land erzeugt. Menschen aus mittelamerikanischen Ländern mit einer rigiden Einwanderungspolitik davon abzuhalten, in den USA Zuflucht zu suchen – wie es das vom US-Präsidenten vorgegebene Ziel ist – sei „fehlgeleitet und untragbar. Es widerspricht amerikanischen und christlichen Werten, Menschen davon abzuhalten, hierher zu kommen, wenn sie flüchten, um ihr eigenes Leben zu retten und ihre Familien in Sicherheit zu bringen“.

Lesen Sie auch:

Die großangelegten Razzien hatte der Republikaner Trump bereits für vergangenen Sonntag angekündigt. Die Verhaftungen in großem Stil blieben jedoch aus. Dennoch sprach Trump vor Journalisten davon, dass die Razzien „sehr erfolgreich“ gewesen seien.

Trump muss sich gegen Rassismus-Vorwurf verteidigen

Neben den US-Bischöfen hatten weitere US-Katholiken die angekündigten Maßnahmen Trumps kritisiert. Die Präsidentin der „Catholic Charities“, Donna Markham, nannte die Vorgehensweise „grausam“ und betonte die Verpflichtung katholischer Wohltätigkeitsorganisationen, Einwanderern Hilfe zu leisten.

Zusätzlich zum Streit über die Abschiebepolitik muss sich Präsident Trump zurzeit abermals mit dem Vorwurf auseinandersetzen, sich rassistisch zu äußern. Trump hatte vier demokratische Kongressabgeordnete mit ausländischen Wurzeln aufgefordert, in ihre mutmaßlichen Heimatländer zurückzukehren und dort die nicht funktionierenden Regierungen zu unterstützen. Drei der vier Abgeordneten wurden in den USA geboren, eine weitere, in Somalia geborene, wurde bereits als Teenager in den USA eingebürgert. 

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost.

Themen & Autoren
Maximilian Lutz Bischof Donald Trump Kardinäle US-Regierung

Weitere Artikel

Die Mullahs in Teheran haben ihre Überlebensfähigkeit und ihren Widerstandswillen soeben bewiesen. Dennoch dreht Donald Trump gefährlich an der Eskalationsschraube.
23.03.2026, 16 Uhr
Stephan Baier
Der US-Präsident kündigt an, Nigeria wegen Verletzungen der Religionsfreiheit unter Druck zu setzen. In welchem Ausmaß sich die Gewalt gezielt gegen Christen richtet, ist aber umstritten.
03.11.2025, 14 Uhr
Meldung

Kirche

Hoher Besuch im bayerischen Wallfahrtsort Maria Vesperbild: Kurienkardinal Peter Turkson predigte über die Kirche als Werkzeug der Einheit.
26.05.2026, 17 Uhr
Benedikt Merz
Beim Pfingstfestival in Neviges treffen Lobpreis, Workshops und eucharistische Spiritualität aufeinander. Eindrücke eines Wochenendes im Mariendom.
25.05.2026, 14 Uhr
Jonas Grüßem
Zwischen voll besetzten Bänken, Lobpreis und stiller Anbetung zeigt sich beim Pfingstfest, was Eucharistie für viele bedeutet. Einige Eindrücke aus Paderborn.
25.05.2026, 13 Uhr
Lani Bentler