Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Nach Kritik am Ex-Präsidenten

Trump trifft sich mit US-Lebensrechtsaktivisten

Nähern sich der Ex-Präsident und die Lebensrechtsbewegung wieder an? Nach deutlicher Kritik sprechen sich führende Lebensrechtler mit Trump aus.
US-Lebensrechtler hatten Trump zuletzt deutlich kritisiert
Foto: Jane Barlow (PA Wire) | US-Lebensrechtler hatten Trump zuletzt deutlich kritisiert, da er die Ansicht geäußert hatte, die Abtreibungsfrage solle auf Ebene der einzelnen Bundesstaaten entschieden werden.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump und die amerikanische Lebensrechtsbewegung scheinen sich offenbar wieder anzunähern. Wie US-Medien berichten, ist es am Montagabend zu einem Treffen des Republikaners mit führenden Vertretern von Pro-Life-Organisationen gekommen. Diese hatten Trump zuletzt deutlich kritisiert, da er die Ansicht geäußert hatte, die Abtreibungsfrage solle auf Ebene der einzelnen Bundesstaaten entschieden werden.

An dem Treffen am Montag nahmen neben Trump die Präsidentin der Lobbyorganisation „SBA Pro Life America“, Marjorie Dannenfelser, der Präsident des „Family Research Council“, Tony Perkins, sowie der republikanische Senator für den Bundesstaat South Carolina, Lindsey Graham, teil. Insbesondere Dannenfelser zeigte sich im Anschluss sehr zufrieden, sprach von einem „großartigen“ Treffen und hob Trumps Verdienste für das Anliegen des Lebensschutzes hervor. Die Zusammenkunft soll „SBA Pro-Life America“ zufolge in Trumps Anwesen in Florida stattgefunden haben.

Trump: Mehrheit lehnt "brutale Spätabtreibungen" ab

In einer Stellungnahme erklärte Dannenfelser, Trump habe im Rahmen des Treffens „bekräftigt, dass er die extreme Position der Demokraten zu Abtreibungen auf Verlangen bis zum Zeitpunkt der Geburt, bezahlt mit Steuergeld – und in manchen Fällen sogar nach der Geburt des Kindes, ablehnt“. Der 76-Jährige sei der Meinung, dass eine derartige Position nicht dem Anspruch einer „großen Nation“ gerecht werde, die die USA auf eine Stufe mit Ländern wie China oder Nordkorea stelle. 

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Trump wisse, dass die überwiegende Mehrheit der Amerikaner „brutale Spätabtreibungen“ ablehne. Wolle man auf Bundesebene allerdings ein Gesetz verabschieden, das ungeborene Kinder davor schützen solle, so müsse dies nach Ansicht des Ex-Präsidenten Ausnahmen für Fälle beinhalten, in denen das Leben der Mutter in Gefahr sei, sowie für Missbrauch und Inzest.

Dannenfelser betonte jedoch auch, dass sie sich nicht mit Trump verbünde. „Ich habe ähnliche Gespräche auch mit allen anderen potenziellen Kandidaten der Republikanischen Partei geführt“, erklärte sie. Weder Perkins noch Graham äußerten sich öffentlich über das Treffen.

Kritik an Trump: "Moralisch nicht vertretbar"

Ende April hatte Dannenfelser Trumps Position kritisiert, wonach die Abtreibungsfrage auf Ebene der einzelnen Bundesstaaten entschieden werden solle. Dies sei „moralisch nicht vertretbar“. Der Lebensschutz sei eine Frage der Menschenrechte, nicht der Gesetzgebung der Bundesstaaten, erklärte sie in einer Stellungnahme. „Wer sagt, dass die Frage nur auf bundesstaatlicher Ebene geregelt werden sollte, spricht sich für Abtreibungen bis zum Zeitpunkt der Geburt aus.“ Ihre Organisation werde alle Präsidentschaftskandidaten ablehnen, die nicht ein bundesweites Abtreibungsverbot spätestens nach der 15. Schwangerschaftswoche befürworteten.  DT/mlu

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