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Trump ist ein Sicherheitsrisiko

Die unbedachten Drohungen und Andeutungen des republikanischen Wahlkämpfers ermutigen Wladimir Putin und bringen das freie Europa in Gefahr.
Wahlkampf in den USA - Trump in South Carolina
Foto: Manuel Balce Ceneta (AP) | Sollte Donald Trump dazu in der Lage sein, die Wirkung seiner Worte auf den Kreml, auf die Ukrainer und auf die Verbündeten Washingtons in Europa abzuschätzen, dann ist er Wladimir Putins bester Mann in den USA, ein ...

Für Donald Trump sind die Sicherheit der freien Welt und der Frieden in Europa offenbar nur ein Spiel oder ein Wahlkampf-Gag. Der Ex-US-Präsident, der neuerlich ins Weiße Haus strebt, lud Russland bei einem Wahlkampf-Auftritt in South Carolina geradezu zu neuen Kriegen und Invasionen ein. Anekdotisch verkleidet stellte Trump klar, dass er einem NATO-Staat, der bei den Verteidigungsausgaben hinter dem Vereinbarten bleibt, amerikanischen Schutz verweigern würde. Schlimmer noch: Er würde Russland „sogar dazu ermutigen, zu tun, was auch immer zur Hölle sie wollen“.

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Wladimir Putin hat in Tschetschenien, in Georgien, in Syrien und in der Ukraine bewiesen, „was auch immer zur Hölle“ er will. Millionen Menschen wurden im vergangenen Vierteljahrhundert zu Opfern russischer Aggressionen und Invasionen. Doch während zeitgleich russische Raketen und Drohnen ukrainische Zivilisten attackieren, hat der US-Präsidentschaftsbewerber Trump keine warnende, sondern eine ermutigende Botschaft für den imperialistisch gesinnten Despoten im Kreml.

Sollte Donald Trump dazu in der Lage sein, die Wirkung seiner Worte auf den Kreml, auf die Ukrainer und auf die Verbündeten Washingtons in Europa abzuschätzen, dann ist er Wladimir Putins bester Mann in den USA, ein zynischer Isolationist, der dem Kreml grünes Licht für Expansion gibt. Wenn aber Donald Trump schlicht zu dumm ist, die Wirkung seiner Worte abzuschätzen, dann ist Politik das allerletzte, was dieser Mann machen sollte. So oder so ist Trump ein Sicherheitsrisiko für die freie Welt.

Im Kreml hört man die Signale

Es war gerade die Beistandsverpflichtung aus Artikel 5 des Nordatlantik-Vertrags, die über Jahrzehnte verhinderte, dass aus dem Kalten Krieg in Europa ein dritter Weltkrieg wurde. Die Abschreckungspolitik der NATO hat funktioniert, weil Moskau wusste, dass Amerikaner, Briten und Franzosen einen Angriff auf West-Berlin, auf die Bundesrepublik oder auf Griechenland als Angriff auf sich selbst interpretieren und entsprechend reagieren würden.

Diesen friedensstiftenden Beistandspakt stellt Trump mit seinen bestenfalls fahrlässigen, schlimmstenfalls verräterischen Äußerungen in Frage. Im Kreml hört man gewiss die Signale – und hofft auf ein Comeback Trumps. Wer dagegen am Frieden in Europa, am Überleben der Rechtsstaatlichkeit wie der Freiheit in Mittel- und Osteuropa interessiert ist, muss auf eine Niederlage des politischen Hasardeurs Trump hoffen.

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Stephan Baier Donald Trump Russische Regierung Wladimir Wladimirowitsch Putin

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