Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Peking

Trotz Corona: Gewalt gegen Christen in China nimmt zu

Selbst mitten in der globalen Pandemie sorgt die Kommunistische Partei Chinas für Übergriffe: Mehr als 9.500 Kirchen sollen attackiert, geschlossen oder zerstört worden sein. Und der Druck auf Beamte, repressiv vorzugehen wächst.
China: Gewalt gegen Christen in China nimmt zu
Foto: (kyodo) | Der Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie hält die kommunistischen Funktionäre offenbar nicht davon ab, Christen zu verfolgen.

Die Gewalt gegen Christen im kommunistischen China nimmt zu. Mehr als 9.500 Kirchen seien attackiert, geschlossen oder zerstört worden, heißt es im jüngsten Weltverfolgungsindex des christlichen Hilfswerks „Open Doors“. Selbst mitten in der globalen Pandemie sorgt die Kommunistische Partei Chinas für Übergriffe. „Es gibt Berichte, die niedergerissene Kreuze und die Zerstörung von Kirchen zeigen“, heißt es aktuell in der britischen Zeitung „Express“. Sie beruft sich dabei auf das christliche Werk „Voice of the Martyrs“: „Der Kampf gegen die Pandemie hat die kommunistischen Funktionäre nicht davon abgehalten, Christen zu verfolgen“, betont nach Angaben des schweizerischen Webportals „Livenet“ Todd Nettleton, Sprecher der Organisation.

Lesen Sie auch:

Ausgangssperren werden für Feldzüge gegen Christen genutzt

„Auch andere Berichte über gezielte Aktionen, bei denen Beamte von Stadt zu Stadt zogen, um Kreuze der Christen zu entfernen oder zu zerstören, sind über die sozialen Medien aufgetaucht“, heißt es weiter in der britischen Zeitung. Es werde vermutet, dass die Beamten die Ausgangssperren, die die Bürger in ihren Häusern hält, für solche Feldzüge gegen die Christen ausnutzen würden.

Die Religionsphobie der Kommunistischen Partei greift den Berichten zufolge selbst auf die Buddhisten über, die mehr als 15 Prozent der Bevölkerung ausmachen, gegenüber rund sieben Prozent Christen. So mussten mehrere buddhistische Statuen demontiert oder verhüllt werden. Der atheistische Staat fürchte demnach, die Anzahl Buddhisten könne zunehmen.

Regierung verbietet inzwischen sogar christliche Kinderlager

Mancherorts stünden Beamte unter Druck, christliche Aktivitäten zu melden, heißt es weiter. Der Druck werde von Stufe zu Stufe weitergereicht. Die Regierung verbiete inzwischen sogar christliche Kinderlager, sofern diese öffentlich zugänglich seien. Um das Christentum weiter unter staatlicher Kontrolle zu bringen, hätten die chinesischen Behörden auch die Worte „Bibel“, „Gott“ und „Christus“ aus klassischen Kindergeschichten wie Robinson Crusoe gestrichen.

DT/chp

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Redaktion Bibel Buddhisten Christen Jesus Christus Open Doors Pandemien

Weitere Artikel

Hungersnot an Gottes Wort: Für 100 Millionen Christen bleibt die Heilige Schrift nach wie vor unerreichbar.
07.10.2025, 16 Uhr
José García
Die Thematisierung der Transzendenz spannt sich als große, philosophisch-theologische Spekulation über die Weltreligionen.
24.12.2025, 07 Uhr
David Engels

Kirche

Der DBK-Vorsitzende Heiner Wilmer verweist auf „Dynamiken“ bei der Prüfung der Satzung in den römischen Dikasterien.
16.05.2026, 12 Uhr
Meldung
Eine vatikanische Ehrung für den iranischen Botschafter am Heiligen Stuhl sorgt für Empörung – und für Missverständnisse. Eine Aufklärung.
15.05.2026, 10 Uhr
Stephan Baier
Eucharistische Anbetung und Lobpreis auf einer ZdK-Veranstaltung? Das gibt’s, auf dem Gebetsabend „The Tabernacle“. Organisator Samuel Tussing erklärte der „Tagespost“ Hintergründe.
15.05.2026, 07 Uhr
Elisabeth Hüffer