Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Nach Äußerungen zum Lebensschutz

Stetter-Karp greift „Tagespost“ an

Nach einem Meinungsbeitrag zum Lebensschutz habe eine „Kampagne“ gegen sie begonnen, so die ZdK-Präsidentin. Initiiert hätten diese Maria 1.0 und die „Tagespost“. Eine Klarstellung des Chefredakteurs.
Irme Stetter-Karp greift „Tagespost“ an
Foto: Sebastian Gollnow (dpa)

Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, hat ihre jüngsten Ausführungen zur rechtlichen Regelung von Abtreibungen in Deutschland verteidigt – und dabei auch deutliche Vorwürfe gegenüber dieser Zeitung erhoben.

"Tagespost"-Chefredakteur: Keine Kampagne initiiert

Zum Auftakt der vierten Vollversammlung des Synodalen Wegs in Frankfurt erklärte sie, unmittelbar nach ihren Äußerungen, die sie in einem Meinungsbeitrag für die Wochenzeitung „Die Zeit“ veröffentlichte, habe eine „Kampagne“ gegen ihre Person begonnen. Die Initiative „Maria 1.0“ und die „Tagespost“ „griffen mich nahezu täglich an, initiierten Kettenbriefe, die auch vor meiner privaten Haustür nicht Halt machten“, in denen sie wörtlich „freihändig exkommuniziert“, „als Mörderin beschimpft“ und aufgefordert worden sei, „doch endlich aus der katholischen Kirche auszutreten“. Für die „Tagespost“ stellte Chefredakteur Guido Horst mit aller Deutlichkeit klar, dass die katholische Wochenzeitung weder eine Kampagne gegen Stetter-Karp begonnen noch Kettenbriefe initiiert habe. Allerdings habe die „Tagespost“ die besagten Äußerungen der Präsidentin des Zentralkomitees von einem katholischen Standpunkt aus klar kommentiert. Damit müsse auch Frau Stetter-Karp leben können.

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Weiter erklärte Stetter-Karp in Frankfurt, ihr Rücktritt als ZdK-Präsidentin sei in einer internationalen Petition gefordert worden. Damit bezog sie sich auf eine auf dem Portal „change.org“ initiierte Petition, die bislang mehr als 4.400 Personen unterzeichnet haben.

Stetter Karp hatte in einem Namensbeitrag für die „Zeit“-Beilage „Christ und Welt“ den flächendeckenden Ausbau von Abtreibungsangeboten gefordert. Es gelte, „sicherzustellen, dass der medizinische Eingriff eines Schwangerschaftsabbruchs flächenddeckend ermöglicht wird“, schrieb die ZdK-Präsidentin. Das sei „derzeit nicht der Fall, weil insbesondere im ländlichen Raum – unabhängig von seiner konfessionellen Prägung – die gynäkologische Versorgung fehlt“. Des weiteren stehe „eine Reflexion“ darüber an, „wie das Angebot sichergestellt werden kann – was auch die Schulung von Ärzt*innen in der Ausbildung umfasst“.

Stetter-Karp: Keine neue Position bezogen

Am Donnerstag betonte Stetter-Karp, sie habe in ihrem Beitrag „im Kern keine neue Position bezogen, sondern vertreten, was das ZdK seit 1995 vertritt und was durch Beschlüsse der Vollversammlung des ZdK dokumentiert ist“. Sie sei willens, auch in den nächsten Monaten „gegen alle Interessen“ §218 zu verteidigen, „als einen damals mühsam errungenen Kompromiss“. 

Stetter-Karp bekräftigte, sie halte es weiterhin für notwendig, „die Ergebnisoffenheit einer Beratung zu erwarten“. Dies habe jedoch zur Folge, „dass man auch über die Frage der Versorgung, so sensibel und heikel das ist, sprechen können muss“. Selbstverständlich sei auch sie der Überzeugung, so die ZdK-Präsidentin, dass gleichzeitig gelten müsse, „dass niemand gegen sein Gewissen gezwungen werden kann, als Arzt beziehungsweise Ärztin einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen".  DT

Lesen Sie ausführliche Hintergründe, Berichte und Analysen zur vierten Synodalversammlung in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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