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Sternstunden gesucht

Talkrunden wie die bei Markus Lanz schießen sich besonders auf die Union ein - und alles, was rechts von der Mitte steht. Stimmungsmachend ist dabei die Gendersprache, die Merz in den Wahlkampf einbringt.
Friedrich Merz lehnt Gendersternchen ab
Foto: Jonas Güttler (dpa) | Friedrich Merz‘ Position bringt das Thema in den Wahlkampf und damit in die Debatte mit dem linken Lager, vor allem mit den Grünen, ein.

Der Wahlkampf nimmt Fahrt auf. Zu beobachten ist das in den Talkrunden der öffentlich-rechtlichen Anstalten, die, wie gestern bei Markus Lanz, sich besonders auf die Union und alles, was rechts von der Mitte steht, einschießen. Ein Thema wird dabei immer wieder eine Rolle spielen, wenn auch nicht kriegsentscheidend aber doch stimmungsmachend: die Gendersternchen.

Vom Lächerlichen ins Ärgerliche

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Lanz wollte sie auch bei Friedrich Merz thematisieren, der die Sternchen bekanntermaßen ablehnt und selbst in einem Koalitionsvertrag mit den Grünen nicht akzeptieren würde: Dann gäbe es eben zwei Vertragsversionen, eine gegenderte und eine normale. Weiter kam Lanz nicht und darüber kann man sich nur freuen. Denn die Stimmung über die Verhunzung der Sprache wird irgendwann vom Lächerlichen ins Ärgerliche kippen. Oder vom Ideologischen ins Vernünftige. So geschieht es zurzeit in Frankreich, wo der Bildungsminister Jean-Michel Blanquer gestern mit einem Rundschreiben, das im offiziellen Bulletin veröffentlicht wurde, die Gendersprache an den Schulen verboten hat.

Die Begründung gilt auch für andere Sprachen, zum Beispiel die deutsche: Diese Schreibweise bilde „ein Hindernis für Lektüre und Verständnis des Geschriebenen“. Er erinnerte an das Dekret des früheren Premierministers Edouard Philippe, der 2017 den Gebrauch der Gendersprache für die Verwaltung verboten hatte und das gelte nun auch für die Schulen. Blanquer: „Die französische Sprache darf nicht mißhandelt und beschädigt werden“.

Es geht um einen emotionalen Eindruck

Soweit ist man in Deutschland noch nicht. Merz‘ Position aber bringt das Thema in den Wahlkampf und damit in die Debatte mit dem linken Lager, vor allem mit den Grünen. Daran knüpfen sich manche Assoziationen, die in den emotionalen Quatschrunden bei Lanz, Illner, Plasberg und Will geeignet sind, auch mal heitere Gelassenheit zu demonstrieren. Das hat Merz getan. Schließlich geht es in diesen Runden nicht wirklich um die Vernunft der Argumente, sondern um einen emotionalen Eindruck. Und da ist Gelassenheit nachhaltiger als die Überheblichkeit der Ideologen. Sternstunden darf man sich dabei nicht erwarten. Dafür sind die meisten Medien zu einseitig festgelegt. Sie werden bei den Sternchen bleiben.

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Jürgen Liminski

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