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Sri Lanka: Bewusster Angriff gegen die christliche Kultur

Die blutigen Anschläge in Sri Lanka am Ostersonntag seien für alle Beteiligten unerwartet gekommen, meint Pfarrer Regamy Thillainathan, Leiter der Diözesanstelle für Berufungspastoral im Erzbistum Köln.
Gedenken an die Opfer von den Explosionen in Sri Lanka
Foto: Gemunu Amarasinghe (AP) | Verwandte platzieren Blumen nach der Beerdigung von drei Opfern derselben Familie, die bei der Bombenexplosion am Ostersonntag in der St.-Sebastians-Kirche in Negombo starben.

Als einen bewussten Angriff gegen die christliche und westliche Kultur bezeichnet Pfarrer Regamy Thillainathan die Anschlagsserie in Sri Lanka am Ostersonntag. „Daher die Anschläge auf die Kirchen – symbolisch während der Ostergottesdienste – und die Hotels, wo ganz viele Touristen einkehren“, so der Leiter der Diözesanstelle für Berufungspastoral im Erzbistum Köln im Gespräch mit dem Kölner Domradio.

Bürgerkrieg erst vor zehn Jahren offiziell beendet

Dass es an Ostern in Sri Lanka zu Anschlägen kommen werde, sei für ihn in diesem Kontext nicht zu erwarten gewesen, so Pfarrer Regamy, der selbst Wurzeln in dem südasiatischen Land hat. Denn erst vor zehn Jahren habe Sri Lanka den Bürgerkrieg offiziell beendet und eine Friedensvereinbarung verabschiedet. „Jetzt kommen diese Anschläge für alle Beteiligten unerwartet.“

Zu seinen Verwandten in Sri Lanka habe er bereits Kontakt hergestellt, so Regamy. Diese seien nicht direkt von den Attentaten betroffen. „Einige von unseren Familienmitgliedern waren zwar auch bei den Ostergottesdiensten ganz in der Nähe, aber nicht in den betroffenen Kirchen, die von den Anschlägen heimgesucht wurden.“

Medien in Sri Lanka voller Spekulationen

Aus Sri Lanka werde dem Pfarrer berichtet, dass die Atmosphäre momentan recht ruhig sei. „Die Regierung versucht, die Lage unter Kontrolle zu halten, zumal noch weitere Explosionen erfolgt sind und man noch nicht genau weiß, wo und wie es mit den Anschlägen noch weitergehen könnte.“ Gleichzeitig seien die Medien voller Spekulationen – und auch die Nachrichtenagenturen lieferten unterschiedliche Meldungen.

In Hannover, wo Pfarrer Regamy gemeinsam mit einer katholischen Gemeinde aus Sri Lanka den Ostergottesdienst gefeiert hatte, seien alle von der Tragödie geprägt gewesen. „Die Städte sind uns allen bekannt, viele von uns waren schon in diesen Kirchen und haben dort Gottesdienste mitgefeiert.“ Daher habe die Nachricht von den Anschlägen die Festtagsstimmung überschattet.

Mehr als 290 Menschen kommen ums Leben

Bei den Terrorattacken auf die katholischen Kirche St. Anthony in Colombo und St. Sebastian in Negombo und die evangelikale Zion Kirche in Batticaloa sowie die Luxushotels Shangri-La, Cinnamon Grand und Kingsbury in Colombo kamen nach bisherigen Angaben mehr als 290 Menschen ums Leben. Rund 500 wurden verletzt. Die Regierung vermutet einheimische Islamisten hinter den Anschlägen.

DT/mlu

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