Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung

Segensreiche Zeit. Wie ein konvertierter Christ in Bangladesch Weihnachten erlebte

Der Konvertit Peter Hasan wurde von seiner Familie verstoßen, darf seine Geschwister nicht mehr sehen. Seine muslimische Familie würde ihn wahrscheinlich töten, wenn er jemals nach Hause käme. In AsiaNews erzählt Peter Hasan von seiner persönlichen Weihnachtserfahrung.
Hände mit Rosenkranz
Foto: Turjoy Chowdhury (KNA) | Ein Mann hält ein Rosenkranz in seinen Händen, 7. November 2017 in Dhaka (Bangladesch).

Peter Hasan lebt in ständiger Gefahr. Peter Hasan ist auch nicht sein richtiger Name, denn der junge Mann ist ein zum Christentum konvertierter Ex-Muslim aus Bangladesch. Das südasiatische Land, das Papst Franziskus im November besucht hat, liegt auf Rang 26 des „Open Doors-Weltverfolgungsindex 2017“. Die Haupttriebkraft der Christenverfolgung in Bangladesch sieht die Hilfsorganisation in „islamischer Unterdrückung“ zusammen mit „religiös motiviertem Nationalismus“ und „ethnisch begründeten Anfeindungen“.

Besonders hart trifft es Konvertiten. Peter Hasan wurde von seiner Familie verstoßen, darf seine Geschwister nicht mehr sehen. Seine muslimische Familie würde ihn wahrscheinlich töten, wenn er jemals nach Hause käme. In AsiaNews erzählt Peter Hasan von seiner persönlichen Weihnachtserfahrung.

Peter Hasan lebt mit seiner katholischen Frau, die er nach seiner Taufe kennengelernt hat, in Dhaka. Er ist ein „großer Verehrer der Jungfrau Maria“ und betet jeden Abend zusammen mit seiner Frau den Rosenkranz. Für das Weihnachtsfest hat er sich neu eingekleidet, das Haus aufgeräumt und sich durch Gebete geistig auf die Geburt Jesu vorbereitet. „Während dieser Weihnachtszeit spüre ich Frieden und Segen“, sagt Peter Hasan, der früher, bevor er sich hat taufen lassen, selbst Christen und Hindus verachtet hat.

Sein Leben hat sich radikal geändert, als er eines Tages in einer Bibliothek die Bibel fand und darin zu lesen begann. Er stößt auf einen Satz, der ihn nicht mehr loslassen sollte: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14, 6). Er lässt seinen bisherigen Glauben und seinen Hass zurück und wird Christ. Heute sagt er: „Christus ist eine Quelle der Liebe, der Vergebung und der Barmherzigkeit“.

Peter hat „Kirtons“ (Weihnachtslieder) gelernt und singt sie mit den Christen der Nachbarschaft, in der er lebt. Er geht jeden Sonntag zur Messe und besucht christliche Freunde und Nachbarn. Er sagt, sein Leben unterscheide sich sehr von dem, was es vor einigen Jahren war. Besonders leidet er unter der Trennung von seiner Familie, die aber leider unausweichlich ist: „Wenn ich nach Hause gehe, würden sie mich wegen meiner Religion töten“. Trotz allem ist er glücklich, Christ zu sein und Weihnachten feiern zu können.

AsiaNews - Sumon Corraya (Titel des Originals: For a Christian convert, Christmas is a time of blessings) / Für die gekürzte deutsche Fassung: jbj

Themen & Autoren
Christentum Christenverfolgung Hilfsorganisationen und Hilfseinrichtungen Hindus Islam Jesus Christus Nationalismus Papst Franziskus Rosenkranz

Weitere Artikel

„Liebend, streitend, prägend“ – und in der Forschung lange übersehen: Geschwister. Ein Blick auf eine ganz besondere menschliche Verbindung.
21.06.2026, 17 Uhr
Annalia Machuy

Kirche

Künstliche Intelligenz kann Daten verarbeiten, aber keine Verantwortung übernehmen. Papst Leo XIV. verteidigte in „Magnifica Humanitas“ die menschliche Urteilskraft.
01.11.2026, 09 Uhr
Christoph Fehring
Es gibt ab Samstag neue US-amerikanische Selige: Fünf Franziskaner, die 1957 von Ureinwohnern in Georgia ermordet wurden. Der Grund: Sie verteidigten die monogame Ehe.
31.10.2026, 05 Uhr
Claudia Kock
Halloween wurde zum Filmthema – und machte den Grusel-Tag hierzulande populär. Ein Horrorfilm spiegelt gesellschaftliche Verhältnisse und hinterfragt Selbstverständliches.
31.10.2026, 11 Uhr
Fabian Bell
Ist es falsch, dass die Kirche sich gegen die Todesstrafe stellt? Nein, denn jeder Mensch hat eine unantastbare Würde. Und zwar nicht erst seit Papst Franziskus.
29.10.2026, 21 Uhr
Maximilian Welticke