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Bischöfe kritisieren Christenverfolgung

Österreichs Bischofskonferenz schlägt Alarm: Christliches Leben, das seit der Urkirche über zwei Jahrtausende bestanden habe, drohe nun gänzlich zu verschwinden.
Zerstörte Kirche im Irak
Foto: IMAGO/Younes Mohammad (www.imago-images.de) | Letzte große Katastrophe für die Christen im Nahen Osten: die Herrschaft des Islamischen Staats. Im Bild eine vom IS zerstörte Kirche im Irak, 2017.

Das Ausmaß der Verfolgung und Diskriminierung von Christen habe in vielen Ländern zugenommen, bilanzieren Österreichs Bischöfe, die sich im Rahmen ihrer Frühjahrsvollversammlung in einem Studientag mit Christenfeindlichkeit weltweit, in Europa und in Österreich befassten. Da in Österreich das Recht auf Religionsfreiheit einen hohen Stellenwert genieße, sollten alle Verantwortlichen in Staat, Kirchen, Religionen und Gesellschaft sich für Religionsfreiheit weltweit einsetzen. Das Unrecht zu benennen, sei der erste Schritt, um es zu überwinden, heißt es in einer Stellungnahme der Bischöfe, die am Freitag veröffentlicht wurde. Christen sei es aufgegeben, den anderswo bedrängten Glaubensgeschwistern und allen zu Unrecht Verfolgten solidarisch beizustehen.

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Österreichs Bischöfe fordern die Europäische Union auf, das seit 2024 vakante Amt eines Sonderbeauftragten für die Förderung von Religions- und Weltanschauungsfreiheit „endlich nachzubesetzen“. Auch in Österreich habe die „religiös motivierte Hasskriminalität etwa im Zusammenhang mit Verhetzung, Körperverletzung oder Sachbeschädigungen zugenommen“. Die meisten Fälle beträfen den Antisemitismus, gefolgt von antimuslimischen und antichristlichen Delikten. „Wer davon betroffen ist, sollte solche Straftaten unbedingt bei der Polizei anzeigen, weil sich Hasskriminalität immer auch gegen eine ganze Gruppe richtet“, heißt es in dem Statement der Bischöfe.

Frieden und Gerechtigkeit für alle in Nahost

Österreichs Bischöfe befürchten, dass der Angriff der USA und Israels auf den Iran und die iranischen Gegenschläge auf zahlreiche Staaten der Region in einen kriegerischen Flächenbrand mit unabsehbaren Folgen auszuarten drohen. Die Bischöfe schließen sich den mahnenden Worten von Papst Leo XIV., der katholischen Patriarchen und Bischöfe in der Region und den vielen weiteren Stimmen an, die „ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen fordern“. Der Krieg habe bereits jetzt Tausende Menschenleben und noch viel mehr Verwundete und Vertriebene gefordert. Wörtlich heißt es in einer Erklärung der Bischöfe: „Krieg allein ist keine Lösung und kann keine Demokratie herstellen, sondern er legt meist die Saat für noch größeren Hass und neue Gewalt.“ Alle Menschen im Nahen Osten hätten ein Recht auf ein Leben in Frieden, Freiheit, Sicherheit, Gerechtigkeit und in Achtung ihrer unveräußerlichen Würde.

Die Sorge der Bischöfe gelte in besonderer Weise den christlichen Gemeinschaften in den vom Krieg betroffenen Ländern. „Wir sind in Gedanken und im Gebet bei der kleinen christlichen Minderheit im Iran. In Konflikten und Kriegen sind es immer die Minderheiten, die zuerst unter die Räder kommen“, so die Bischofskonferenz. Die Warnungen der katholischen Nahost-Patriarchen und Bischöfe vor einem weiteren Exodus der Christen aus ihrer Heimat seien ernst. Das betreffe „die letzten verbliebenen Christen im Irak, die palästinensischen Christen im Westjordanland, die immer öfter Opfer von Gewalt jüdischer Siedler werden, oder die Christen im Süden des Libanon“. Christliches Leben, das seit der Urkirche über zwei Jahrtausende bestanden habe, drohe jetzt gänzlich zu verschwinden.

Erosion des Völkerrechts

Die politisch und militärisch Verantwortlichen sollten den Hilfswerken der Vereinten Nationen und allen anderen humanitären Werken uneingeschränkt Zugang zu den Menschen in Not gewähren und das Völkerrecht achten. „Mit höchster Besorgnis müssen wir eine weitere Erosion des Völkerrechts feststellen, weil militärisch Mächtige es immer weniger achten. An die Stelle des Rechts tritt immer öfter das Recht des Stärkeren.“ Eine auf Gewalt basierende Weltordnung könne niemals eine stabile und schon gar keine gerechte und friedliche Ordnung schaffen. (DT/sba)

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