Wien

Schönborn: Schon acht Jahre Krieg in der Ukraine

Wiener Kardinal ruft zur Solidarität mit der Not leidenden ukrainischen Bevölkerung auf. Am Samstag findet ein ökumenisches Friedensgebet für die Ukraine im Wiener Stephansdom statt.
Kardinal Christoph Schönborn
Foto: Cristian Gennari (KNA) | Von Wien sei es zur ukrainischen Grenze genauso weit wie nach Bregenz, darum sei die Ukraine kein fernes Land. „Sie ist ein Nachbarland. Und dieser Nachbar ist in Not“, so Schönborn.

Die Frage, ob es in der Ukraine zum Krieg kommen wird, sei falsch gestellt, betont der Erzbischof von Wien, Kardinal Christoph Schönborn. Es herrsche bereits seit acht Jahren Krieg im Osten der Ukraine. Wörtlich schreibt Kardinal Schönborn in seiner Freitagskolumne in der vielgelesenen Wiener Gratiszeitung „Heute“: „Seit acht Jahren Kämpfe fast vor unserer Haustür. Mehr als 13.000 Menschen wurden seither getötet. 1,5 Millionen sind Flüchtlinge im eigenen Land. 2,9 Millionen sind im Kriegsgebiet auf Hilfe zum Überleben angewiesen.“

Die Ukraine ist kein fernes Land

Von Wien sei es zur ukrainischen Grenze genauso weit wie nach Bregenz, darum sei die Ukraine kein fernes Land. „Sie ist ein Nachbarland. Und dieser Nachbar ist in Not“, so Schönborn. „Für die Kinder, die dort leben, ist der Krieg zur Normalität geworden. Manche kennen nichts anderes. Es fehlt an Trinkwasser, an Lebensmitteln, an medizinischer Versorgung. Wer Spitalsbehandlung braucht, muss Bettwäsche und Essen mitbringen und oft die Medikamente selbst organisieren und bezahlen.“ Schönborn ruft in seiner Kolumne am Freitag zur Solidarität mit der ukrainischen Bevölkerung auf: „Unsere Nachbarn brauchen Hilfe, jetzt!“

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Am morgigen Samstag, 19. Februar, wird ein Friedensgebet für die Ukraine im Wiener Stephansdom – zugleich Kathedrale der Erzdiözese Wien und Wahrzeichen Österreichs – stattfinden. An dem ökumenischen Gebet um 17 Uhr wird der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Pedro Lopez Quintana, teilnehmen.  DT/kap/sba

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