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Sahra Wagenknecht: Der Papst ist ein Verantwortungsethiker

Sahra Wagenknecht verteidigt Papst Franziskus in einem Gastbeitrag für die Tagespost. Der Heilige Vater mache mit seinen Aussagen zum Krieg in der Ukraine Mut zur Diplomatie.
Sahra Wagenknecht verteidigt Papst Franziskus
Foto: IMAGO/Bernd Elmenthaler (www.imago-images.de) | "In was für einer Gesellschaft leben wir, in der ein Oberhaupt der Katholischen Kirche sich für einen Appell zu Friedensgesprächen rechtfertigen muss", fragt Sahra Wagenknecht in der "Tagespost".

Sahra Wagenknecht verteidigt Papst Franziskus gegenüber den Kritikern seiner jüngsten Äußerungen zum Krieg in der Ukraine und spricht sich im Anschluss an ihn für mehr Mut zur Diplomatie aus. „Wieso reagiert man derart überzogen, obwohl der Papst ausdrücklich von Verhandlungen spricht und nicht von einer bedingungslosen Kapitulation? In was für einer Gesellschaft leben wir, in der ein Oberhaupt der Katholischen Kirche sich für einen Appell zu Friedensgesprächen rechtfertigen muss – und nicht führende Politiker für ihr Unvermögen oder ihren Unwillen, zwei Kriegsparteien an einen Tisch zu bringen?“, fragt die Vorsitzende des „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW) in einem exklusiven Gastbeitrag für die Tagespost. 

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Der Papst, so Wagenknecht in ihrem Beitrag weiter, habe sich im Sinne einer Verantwortungsethik geäußert. „Leider ist diese Haltung hierzulande einer Gesinnungsethik gewichen, die sich um jene Folgen kaum schert und für die ein Denken in schwarz und weiß, die Unterteilung in Gut und Böse und die Dämonisierung des Feindes typisch ist“, stellt sie hierzu fest.

Die Politik kann von Papst Franziskus lernen

„Sicher kann man den russischen Überfall auf die Ukraine ein Verbrechen nennen. Doch wohin hat uns eine Politik geführt, die mit moralischer Inbrunst den bösen Angreifer verdammt, statt mit Vernunft über mögliche Kompromisse in einem Interessenkonflikt nachzudenken? Zigtausende Tote und Verstümmelte sowie millionenfaches Flüchtlingselend wären vermeidbar gewesen, wenn man Friedensverhandlungen rechtzeitig unterstützt, wenn man auf eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine verzichtet und russische Sicherheitsinteressen ernster genommen hätte“, schreibt Wagenknecht in dem Gastbeitrag. Von Papst Franziskus könnte die Politik lernen, wie durch Diplomatie eine Spirale der Gewalt durchbrochen werden könnte.  DT


Papst Franziskus hat mit seinen Aussagen zum Krieg in der Ukraine ein weltweites Echo ausgelöst. Die Tagespost wollte wissen, wie deutsche Spitzenpolitiker einschätzen, was der Heilige Vater gesagt hat. Den Auftakt macht Sahra Wagenknecht, Vorsitzende des BSW und Mitglied des Bundestages. Morgen folgt ein Gastbeitrag des CDU-Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter.

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