Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Moskau

Putin soll Separatisten-Gebiete anerkennen

Russlands Staatsduma fordert Souveränität für „Volksrepubliken“ von Donezk und Luhansk.
Ukraine-Konflikt - Wladimir Putin
Foto: Thibault Camus (Pool AP) | Die Staatsduma, beschloss am Dienstag mit großer Mehrheit, an Putin zu appellieren, die von den Separatisten einseitig ausgerufenen „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk als unabhängige, souveräne Staaten anzuerkennen.

Während Bundeskanzler Olaf Scholz dem russischen Präsidenten im Kreml an einem sechs Meter langen Tisch gegenübersaß, um über eine Entschärfung der angespannten Lage zu beraten, forderte die russische Staatsduma Wladimir Putin auf, die „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk offiziell anzuerkennen. Damit hätte die Russische Föderation – nach der 2014 annektierten Krim – zwei weitere Teile aus dem ukrainischen Staatsgebiet herausgebrochen. Die pro-russischen Separatisten in beiden umkämpften ostukrainischen Regionen des Donbass werden von Moskau seit 2014 logistisch wie militärisch unterstützt. Der bewaffnete Konflikt um diese Gebiete hat nach unabhängigen Schätzungen bislang mehr als 14.000 Menschen das Leben gekostet.

Lesen Sie auch:

Ukraine auch von Süden bedroht

Die Staatsduma, das Bundesparlament der Russischen Föderation, beschloss am Dienstag mit großer Mehrheit, an Putin zu appellieren, die von den Separatisten einseitig ausgerufenen „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk als unabhängige, souveräne Staaten anzuerkennen und deren internationale Anerkennung zu fördern. Und dies unter ausdrücklicher Berufung auf den internationalen Frieden und die regionale Stabilität. Die Anerkennung sei „gerecht und moralisch gerechtfertigt“, heißt es in dem Beschluss, den die Regierungspartei „Geeintes Russland“ gemeinsam mit den Kommunisten eingebracht hatte.

In Kiew wächst unterdessen offenbar die Sorge um den freien Zugang von Handelsschiffen zu den ukrainischen Häfen im Schwarzen Meer. Der NATO-Staat Türkei ließ in den zurückliegenden Tagen mehrere russische U-Boote und Kriegsschiffe vom östlichen Mittelmeer durch den Bosporus passieren und damit ins Schwarze Meer gelangen. Die ukrainische Regierung fürchtet nun angesichts der „illegalen Militärübungen der Russischen Föderation“ um die Sicherheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer. Die Ukraine ist damit nicht nur – angesichts der russisch-belarussischen Manöver – von Norden und Osten, sondern auch von der Meeresseite im Süden her bedroht.  DT/sba

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Russlands Krieg gegen die Ukraine Olaf Scholz Russische Regierung Wladimir Wladimirowitsch Putin

Weitere Artikel

Die Geopolitik-Koryphäe John Mearsheimer sieht Putins Krieg als Verteidigungsaktion. Doch sein „offensiver Realismus“ hat Schwächen.
22.02.2026, 07 Uhr
Martin Kragh
Auserwählt und stets von Feinden umgeben: Der Historiker Oliver Jens Schmitt zeigt rote Fäden im russischen Selbst- und Staatsverständnis quer durch die Jahrhunderte.
21.02.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
80 Jahre nach Jalta: Das atlantische Bündnis liegt im Koma, und niemand weiß, ob es jemals daraus erwacht.
14.03.2025, 15 Uhr
Bernd Posselt

Kirche

Mit einem feierlichen Requiem nahmen Kirche und Politik Abschied von Erfurts langjährigem Bischof Joachim Wanke. Bischof Feige erinnerte auch an seinen „legendären" Sinn für Humor.
22.03.2026, 11 Uhr
Meldung
Inmitten von Gewalt und Bedrohung setzt der Libanon ein sichtbares christliches Zeichen in der Bekaa-Ebene – als Pilgerstätte und Ort der Erneuerung.
20.03.2026, 14 Uhr
José García
Die Auferweckung des Lazarus zeigt die Macht Christi über den Tod , und verweist zugleich auf seine eigene Verherrlichung am Kreuz.
21.03.2026, 21 Uhr
Nina Heereman
Wenn der Römer essen geht, darf man auch mal Luft ablassen. Vor allem dann, wenn die kuriale Papierflut kein Ende nimmt.
22.03.2026, 05 Uhr
Mario Monte