München

Prälat Wolf: Kein Konflikt zwischen bayerischer Staatsregierung und Kirche

Das Katholische Büro in München betont, dass die Ausgangssperre an Heiligabend „von allen akzeptiert“ würde. Eine Woche zuvor hatten die Bischöfe die staatliche Entscheidung kritisiert.
Ausgangssperre an Heiligabend
Foto: Imago Images | Der Augsburger Bischof Meier hatte gesagt, dass er sich eine „stabile Brücke zwischen Staat und Kirche“ anders vorstelle.

Der Leiter des Katholischen Büros in München, Prälat Lorenz Wolf, erkennt aufseiten der Katholischen Kirche in Bayern „weder Konflikte mit dem Staat noch streitige Auseinandersetzungen“. Das sagte Wolf auf Nachfrage der Tagespost. In einer gemeinsamen Erklärung hatten bayerische Bischöfe und Erzbischöfe die ab 21 Uhr geltende Ausgangssperre bemängelt. Diese gilt auch an Heiligabend. Der Augsburger Bischof Meier hatte gesagt, dass er sich eine „stabile Brücke zwischen Staat und Kirche“ anders vorstelle.

Nicht grundlos über Ausgangssperre an Heiligabend entschieden

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Es gebe immer wieder „verschiedene Interessenlagen“, so Wolf weiter. Diese würden von der Kirche vorgetragen und vom Staat auch gehört werden. „Viele Wortmeldungen fordern jetzt gerade einen radikalen Verzicht der Kirche auf öffentliche Gottesdienste, andere wollen die zeitliche Einschränkung der Gottesdienste am Hl. Abend durch die Ausgangssperre nicht hinnehmen und fordern zu zivilem Ungehorsam auf oder wollen eine generelle Ausnahme bzw. eine Sondergenehmigung in Einzelfällen am Hl. Abend.“

Kabinett und Landtag hätten jedoch nicht grundlos über die Ausgangssperre an Heiligabend entschieden. Die Bischöfe hätten ihre Argumente vorgetragen und die staatliche Entscheidung würde „von allen akzeptiert“. „Eine Störung des Staat-Kirche Verhältnisses oder mit anderen Religionsgemeinschaften kann ich als Leiter des Katholischen Büros Bayern nicht feststellen.“ Auch der Austausch mit anderen Parteien verlaufe konstruktiv.

Kein Unterschied zwischen Bayern und NRW

Bei NRW, das für eher lockeren Corona-Regeln steht, sieht Wolf „keinen Unterschied zu Bayern“. Ministerpräsident Armin Laschet betonte heute nochmals seine Haltung gegen ein Verbot von Präsenz-Gottesdiensten. Am Montag hatte Pfarrer Antonius Hamers vom Katholischen Büro NRW in Absprache mit den fünf katholischen Bistümern in NRW erklärt, dass ein genereller Verzicht auf Präsenz-Gottesdienste für sie nicht in Frage komme. Ausgangsbeschränkungen sind im bevölkerungsreichsten Bundesland Angelegenheit der Kommunen.  DT/mga

Wie stellt sich derzeit das Verhältnis zwischen Kirche und Staatsregierung dar? Welche Unterschiede gibt es zum Corona-Management in NRW? Lesen Sie weitere Hintergründe in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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