Politik

„Organspende muss immer freiwillig sein“

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Pilsinger lent die Widerspruchslösung beim Thema Organspende ab. Im Gespräch mit der „Tagespost“ begründet er seine Haltung.
Organspende: Debatte um Widerspruchslösung
Foto: Jens Kalaene (ZB) | Die Widerspruchslösung würde eine Pflicht zur Organspende begründen, der sich die Bürgerinnen und Bürger nur durch den rechtzeitig erklärten und dokumentieren Widerspruch entziehen könnten, kritisiert Pilsinger.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wollen in Sachen Organspende die Widerspruchslösung einführen, um die Zahl der Organspender zu erhöhen. Wer nicht ausdrücklich sein Veto einlegt, wäre demzufolge potenzieller Organspender. Der CSU-Bundestagsabgeordnete und Arzt Stephan Pilsinger lehnt diese Lösung ab. Er sei ganz grundsätzlich der Meinung, dass es nicht als Zustimmung gewertet werden könne, nichts zu sagen. „Eine Organspende muss immer freiwillig sein“, so Pilsinger. Darauf weise schon der Begriff „Spende“ hin.

Pilsinger: Widerspruchslösung wäre Paradigmenwechsel

Die Einführung einer Widerspruchslösung betrachtet Pilsinger als Paradigmenwechsel. „Sie würde eine Pflicht zur Organspende begründen, der sich die Bürgerinnen und Bürger nur durch den rechtzeitig erklärten und dokumentieren Widerspruch entziehen können“, so der praktizierende Katholik, der ordentliches Mitglied der Ausschüsse für Gesundheit sowie für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Bundestag ist.

Die Widerspruchslösung, so Pilsinger, stelle zudem einen unzulässigen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht von Menschen dar. Der CSU-Politiker weist darauf hin, dass der Vorschlag des Gesundheitsministers jedoch nicht nur ethisch nicht vertretbar wäre, sondern auch „fachlich falsch“: Studien belegten eindeutig, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Erfolg der Organspende und der Einführung der Widerspruchslösung gebe.

Pilsinger schlägt Modell wie in den USA vor

Persönlich favorisiert Pilsinger ein Modell ähnlich dem der USA. Dort wird jeder bei der Ausstellung des Führerscheins nach seiner Haltung zur Organspende gefragt. „Bei uns könnte jeder bei der Verlängerung seines Personalausweises danach gefragt werden, ob er Organspender sein möchte oder nicht“, schlägt Pilsinger vor.

Wie sich der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Pilsinger die niedrige Zahl an Organspenden erklärt, und weshalb er bei der Widerspruchslösung von einem Paradigmenwechsel spricht, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 31. Oktober.

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