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Nicaraguas Regierung schließt sechs katholische Radiosender

Die neue Maßnahme reiht sich in die Schikanen von Ortegas Regime gegen die katholische Kirche seit 2018 ein.
Präsident Daniel Ortega, der bereits 1985-1990 und seit 2007 erneut Staatspräsident Nicaraguas ist
Foto: IMAGO/Yegor Aleyev (www.imago-images.de) | Präsident Daniel Ortega, der bereits 1985-1990 und seit 2007 erneut Staatspräsident Nicaraguas ist, hat die nicaraguanischen Bischöfe als „Terroristen“ und „Putschisten“ bezeichnet.

In Nicaragua haben die Behörden Anfang der Woche mehrere katholische Radiosender geschlossen. In einer offiziellen „Botschaft an die Menschen in Nicaragua“ erklärt das Bistum Matagalpa im Nordwesten des mittelamerikanischen Landes, in einem Schreiben der Generaldirektorin des nicaraguanische Instituts für Telekommunikation und Post (TELCOR) sei ihnen mitgeteilt  worden, „dass wir ab dem 30. Januar 2023 über keine gültige Lizenz mehr verfügen“. Das Bistum sei darüber hinaus über die Schließung von vier (namentlich genannten) weiteren katholischen Radiosendern in Kenntnis gesetzt worden.

"Das Wort Gottes werden sie nicht zum Schweigen bringen“

Bischof Rolando Álvarez von Matagalpa erklärte auf seinem Twitter-Account dazu: „ Sie haben alle unsere Radiosender geschlossen. Aber das Wort Gottes werden sie nicht zum Schweigen bringen.“ In Mai hatte Bischof Álvarez bereits von Schikanen seitens der Polizei berichtet, nachdem er die Regierung beschuldigt hatte, „eine stumme Kirche“ haben zu wollen.

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Zu Zusammenstößen kam es in der zur Diözese Matagalpa gehörenden Stadt Sébaco, als die Polizei mit Gewalt in die Kapelle der katholischen Schule San Luis Gonzaga einbrach, um die dort gelagerte Radioausrüstung zu beschlagnahmen. In einem Tweet berichtet der zuständige Priester Uriel Vallejos: „Die Polizei greift die Gläubigen an, die sich in der Kapelle befinden“.

Dies prangerte ebenfalls das „Nicaraguanische Zentrum für Menschenrechte Cenidh“ an: Die Polizei habe Tränengas eingesetzt und Schüsse in die Luft abgefeuert, als mehrere Personen versucht hätten, Pfarrer Vallejos zu unterstützen. „Wir fordern, dass die Nationalpolizei Waffengewalt und Tränengas gegen das katholische Volk einstellt“, so Cenidh.

Am Dienstag twitterte Pfarrer Vallejos: „Aufgrund der polizeilichen Belagerung in den Einrichtungen der Kapelle, der Kirche und der Schule teilen wir mit, dass der Unterricht in unserer Schule San Luis Gonzaga in Sébaco bis auf weiteres ausgesetzt ist.“

Schon länger Spannungen zwischen Regierung und Kirche

Spannungen zwischen der Kirche und der Regierung traten 2018 auf, als katholische Kirchen Demonstranten beherbergten, die bei den Protesten gegen den Präsidenten verletzt worden waren. Präsident Daniel Ortega, der bereits 1985-1990 und seit 2007 erneut Staatspräsident Nicaraguas ist, hat die nicaraguanischen Bischöfe als „Terroristen“ und „Putschisten“ bezeichnet. Er beschuldigt sie, „Komplizen interner Kräften und internationaler Gruppen“ zu sein, die ihn stürzen wollen. Nicaragua befindet sich seit April 2018 in einer politischen und sozialen Krise, die noch verschärft wurde, als am 7. November 2021 Ortega ohne starke Gegenkandidaten für eine fünfte Amtszeit wiedergewählt wurde, nachdem er Oppositionskandidaten hatte inhaftiert lassen.

In den Jahren 2018 bis 2019 versuchte die Kirche, einen Dialog zwischen der Regierung und der Opposition zu vermitteln, was ihr jedoch nicht gelang.  DT/jg

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