Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung THEMA DER WOCHE

Neue Märkte im Baby-Business

Weil im Geschäft mit den Leihmüttern bisherige Länder wie Russland, die Ukraine und Indien ausfallen, gewinnen neue Standorte an Bedeutung.
Symbolbild Leihmutterschaft
Foto: imago stock&people | Der Markt für Leihmutterschaft verschiebt sich.

Die Nachfrage nach Leihmutterschafts-Diensten sei größer als je zuvor, sagen jene, die an diesem makabren Geschäftsmodell verdienen. Doch der (nach den USA) bisher zweitgrößte Mietmutterschaftsmarkt der Welt, die Ukraine, ist durch den Krieg weitgehend ausgefallen. Indien hat seine diesbezüglichen Gesetze verschärft und Russland lässt Leihmutterschaft nur mehr für die eigenen Staatsbürger zu.

Lesen Sie auch:

Mutter gelöscht

Damit verschieben sich die Märkte, wie die Wiener Ethikerin Susanne Kummer in einem Beitrag in der „Tagespost“ aufzeigt: Teile Lateinamerikas verzeichneten seit der Ukraine-Krise eine erhöhte Nachfrage. Besonders attraktiv scheint aber auch das Kaukasus-Land Georgien zu sein, das zu den Billigst-Angebots-Ländern für Leihmutterschaft zählt.

Susanne Kummer, Direktorin des „Instituts für Medizinische Anthropologie und Bioethik“ (IMABE) meint, die Rede von „Leihmüttern“ sei euphemistisch: „Frauen werden rein zum Zweck des Gebärens angemietet. Alles, was daran erinnert, dass sie biologisch die Mutter des Kindes ist, muss ausradiert und unsichtbar gemacht werden.“ Die Mutter werde „aus der Biografie des Kindes gelöscht“. 

Das Ganze erinnere an den Menschenhandel dunkler Zeiten, meint Kummer. Gleichzeitig jedoch wachse der weltweite Widerstand gegen die Frauen und Kinder verachtende Praxis der Rent-a-womb-Industrie. Und das quer durch die politischen Lager.  DT/sba

Lesen Sie die Analyse der Wiener Ethikerin Susanne Kummer sowie zwei weitere Hintergrundberichte zur globalen Entwicklung der Leihmutterschaft am Donnerstag in Ihrer „Tagespost“.

Themen & Autoren
Vorabmeldung Lebensschutz Leihmütter

Weitere Artikel

Im Parlament gibt es aktuell keine Mehrheit für eine Ausweitung der Strafbarkeit, meint der Verfassungsrechtler Steffen Augsberg. Ein Gesetzgebungsverfahren könnte damit riskant werden.
27.08.2026, 17 Uhr
Stefan Rehder
Alkohol, Drogen, Vergewaltigung, Selbstmordversuch: Olivia Maurel steht am Abgrund. Als sie mit 30 Jahren die Wahrheit über ihre Herkunft erfährt, geht es langsam wieder aufwärts.
20.03.2026, 21 Uhr
Sina Alsayed

Kirche

Populismus schlecht, Migration gut? Auf diese Klischees will Bischof Erik Varden sich nicht einlassen. Ein Segen!
28.09.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Die katholischen Bischöfe treffen sich zu ihrer traditionellen Herbstversammlung. Die Gesprächsthemen reichen von AfD bis Kirchenreformen. Gewählt werden neue Kommissionsvorsitzende.
28.09.2026, 08 Uhr
Leo XIV. ruft in Lourdes eindringlich zur Umkehr auf. Und verteidigt die Stimme der Kirche im öffentlichen Diskurs des laizistischen Frankreichs.
27.09.2026, 13 Uhr
Regina Einig