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Muslimische Publizistin gegen Kopftuchverbot bei Kindern

Denjenigen, die ein Kopftuchverbot für Mädchen forderten, gehe es nicht um das Kindeswohl, so die Publizistin Khola Maryam Hübsch. Damit werde die Angst vor dem Islam an sich geschürt.
Debatte um Kinderkopftuch
Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) | Durch „kleine Mädchen mit Kopftüchern“, so die Publizistin Khola Maryam Hübsch, würden die Grundwerte nicht bedroht werden.

Die muslimische Publizistin Khola Maryam Hübsch ist zwar dagegen, dass kleinen Mädchen ein Kopftuch aufgenötigt wird. Sie spricht sich jedoch gegen ein generelles Verbot des Kopftuches bei Kindern aus. „Wer das Kinderkopftuch verbietet, bekämpft die fundamentalistischen Strukturen nicht, die in den Familien weiterhin wirken, sondern befeuert sie“, so Hübsch in einem Gastbeitrag für die „Tagespost“.

Wer ein Verbot fordere, schüre die Angst vor dem Islam an sich

Denjenigen, die ein Kopftuchverbot für Mädchen forderten, gehe es nicht um das Kindeswohl. „Im Duktus der Pegida-Bewegung wird eindringlich vor einer Islamisierung Deutschlands gewarnt und ein generelles Kopftuchverbot auch für erwachsene Frauen im öffentlichen Dienst gefordert.“ Damit werde die Angst vor dem Islam an sich geschürt. Andernfalls, so Hübsch, würde man sich auch für ein Verbot der Kippa oder des Turbans für Jungen aussprechen. „Ein Gesetz, das nur das Kopftuch verbietet, andere religiöse Symbole wie Kreuz, Kippa und Sikh-Turban jedoch erlaubt, stellt Muslime einseitig an den Pranger und gefährdet die Glaubwürdigkeit des zur Neutralität verpflichteten Staates.“

Durch „kleine Mädchen mit Kopftüchern“, so die Publizistin weiter, würden die Grundwerte nicht bedroht werden. Die eigentliche Gefahr für die demokratische Ordnung gehe von denjenigen aus, die im Namen einer behaupteten Bedrohung Grundwerte für Andersdenkende einschränken wollten. Das Recht auf religiöse Selbstbestimmung und das Recht der Eltern auf Erziehung seien fundamentale Grundrechte.

Einseitige Verbotspolitik fördere nicht die Integration

„Wie überzeugend ist es, wenn der Staat Freiheiten verwehrt, um gegen eine aus seiner Sicht freiheitsbeschränkende Kleidung vorzugehen?“, fragt Hübsch. Eine einseitige Verbotspolitik, die eine bereits marginalisierte Minderheit weiterhin an den Rand dränge, fördere nicht die Integration, „sie fördert die Ablehnung der Demokratie, die dann als doppelmoralisch empfunden wird“.

DT

Warum Khola Maryam Hübsch in der Debatte um ein Kopftuchverbot bei Kindern ein Armutszeugnis für die Demokratie sieht, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 07. Februar 2019. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

Themen & Autoren
Islamisierung Khola Maryam Hübsch Kindeswohl Muslime

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