Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung

Kopftuchverbot: Mehr Werte- als Integrationsdebatte

Die NRW-Integrationsminiserin Serap Güler erklärt im Gespräch mit der „Tagespost“, warum sie eine Debatte um ein Kopftuchverbot bei jungen Mädchen für nötig hält und betont, dass sie das Kopftuch an sich aber nicht infrage stellen möchte.
Muslime im Unterricht
Foto: Bernd Thissen (dpa) | ARCHIV - ILLUSTRATION - 27.01.2009, Nordrhein-Westfalen, Hamm: Eine türkische Schülerin mit Kopftuch nimmt am Unterricht in einer Schule teil.

Das Kopftuch ist keine Frage von Integration, sondern von Religiosität: Das behauptet die nordrhein-westfälische Staatssekretärin für Integration, Serap Güler, im Gespräch mit der „Tagespost“. Wenn eine Frau selbstbestimmt zur Entscheidung gelange, ein Kopftuch zu tragen, müsse man das akzeptieren. „Es wäre falsch, davon auszugehen, dass das Kopftuch automatisch bedeutet, diese Frau sei nicht integriert“, so die CDU-Politikerin Güler. In Nordrhein-Westfalen löste sie mit ihrer Forderung nach einem Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren eine Debatte aus. Ihr gehe es zwar nicht um eine generelle Debatte um das Kopftuch. „Wenn wir aber zunehmend Eltern haben, die ihre Kinder dazu animieren ein Kopftuch zu tragen, dann sehe ich Handlungsbedarf“, so Güler. „Es ist vielmehr eine Wertedebatte als eine Integrationsdebatte.“

Darüber hinaus betont die 37-Jährige, dass sie sich bewusst sei, dass die Kopftuchfrage bei jungen Mädchen kein Massenphänomen sei. Güler sieht aber einen Trend, der immer mehr zunehme. „Uns geht es hier um das Kindeswohl, insbesondere die freie Entfaltung der Kinder.“ Deswegen sei die Debatte überfällig gewesen. Oft heiße es, so Güler, dass man für das Kopftuch keine Regelung oder Verbote brauche, und dass ein Gespräch der Lehrer mit Eltern viel wirksamer sei. „Ich höre aber immer wieder von Lehrern, dass sie an die Eltern einfach nicht rankommen“, beklagt die NRW-Integrationsministerin. Hier müsse man nach anderen Wegen suchen, etwa durch eine Zusammenarbeit mit anderen Verbänden oder Moscheegemeinden.

Das ausführliche Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 26. April.
DT

Themen & Autoren
Integrationsdebatte Serap Güler

Weitere Artikel

„Immersiv“ soll Kulturvermittlung heute ausgerichtet sein. Museumspädagogisch geht die Rechnung voll auf, wenn man ein Berliner Ausstellungsprojekt für Kinder zum Maßstab nimmt.
12.09.2026, 13 Uhr
Rocco Thiede

Kirche

Der Heilige Stuhl hat mehrere protokollarische Wünsche der französischen Regierung für die Reise Leos XIV. abgelehnt.
16.09.2026, 18 Uhr
Meldung
Zygmunt Szczesny Felinski kämpfte für die Freiheit Polens und der katholischen Kirche – und bezahlte mit 20 Jahren im russischen Exil. Ein Patriot und Mann der Versöhnung.
17.09.2026, 05 Uhr
Claudia Kock
Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt ist vor den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Die Kirchen in Berlin geben eine Empfehlung, was Wähler berücksichtigen sollten.
16.09.2026, 09 Uhr
Meldung