Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Berlin

Menschenrechts-Expertin: Für verfolgte Uiguren einsetzen

Bei einer Kundgebung in Berlin ruft die Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses, Gyde Jensen, zu Solidarität mit den von China verfolgten Uiguren auf. Zudem müsse sich die Bundesregierung stärker zu Taiwan bekennen.
Einsatz für verfolgte Uiguren
Foto: Leh | Gyde Jensen (FDP), die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, bei ihrer Ansprache auf der Kundgebung Unter den Linden in Berlin.

Die Bundesregierung muss die Verfolgung der Uiguren durch das chinesische kommunistische Regime auf dem EU-China-Gipfel in Leipzig im September zur „Chefsache“ machen. Das forderte die Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses des Bundestages, Gyde Jensen (FDP), am Sonntag auf einer Kundgebung von Uiguren, Hongkongern, Taiwanern und Tibetern in Berlin. „Wir können hier nicht als Bundesrepublik länger schweigen, wenn es darum geht, dass Menschen in anderen Ländern nur aufgrund ihrer Religion inhaftiert, systematisch gefoltert und Familien auseinandergerissen werden“, so Jensen. China müsse die Internierungslager für Uiguren „augenblicklich schließen“.

"Ich warte immer noch vergeblich darauf,
dass die Bundesregierung Taiwan
endlich zu den Wahlen gratuliert"
Gyde Jensen, Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses des Bundestages

Zu den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Taiwan erklärte Gyde Jensen: „Ich warte immer noch vergeblich darauf, dass die Bundesregierung Taiwan endlich zu den Wahlen gratuliert.“ Während US-Außenminister Michael Pompeo, der britische Außenminister Dominic Raab oder Frankreich der wiedergewählten Präsidentin Taiwans, Tsai Ing-wen, und den Taiwanern zu den freien und demokratischen Wahlen gratuliert hatten, verzichtete das Auswärtige Amt bisher auf Glückwünsche.

Lesen Sie auch:

Erst nach Kritik in den Medien und auf Nachfragen in der Bundespressekonferenz erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert: „Wir haben die Berichterstattung zu diesen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen zur Kenntnis genommen. Wir begrüßen, dass es freie und demokratische Wahlen waren, die reibungslos und friedlich verlaufen sind.“  

Jensen: Taiwans Bürger lassen sich nicht einschüchtern

Gyde Jensen betonte: „Ich gratuliere der Regierung in Taiwan ganz herzlich zu den gewonnenen Wahlen.“ Das Wahlergebnis sei ein „Zeichen an China“, dass sich die Bürger Taiwans nicht einschüchtern ließen. Jensen erklärte sich auch mit der Demokratiebewegung in Hongkong solidarisch und rief zu deren Unterstützung auf. Auf der Kundgebung sprachen auch der Vertreter Taiwans in Deutschland, Jhy-Wey Shieh, der Europareferent des Uigurischen Weltkongresses, Asgar Can, und Vertreterinnen der Hongkonger Demokratiebewegung.

DT/leh

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Redaktion Auswärtiges Amt Deutscher Bundestag FDP Steffen Seibert Tsai Ing-wen

Weitere Artikel

Fünf Jahre musste der 78-jährige Hongkonger katholische Medienunternehmer Jimmy Lai im Gefängnis verbringen. Nun wurde er wegen Verschwörung und Aufruhrs verurteilt.
18.12.2025, 15 Uhr
Michael Leh
Vor 50 Jahren trat die Zweite Reform des § 218 StGB in Kraft. Mit ihr gab der Gesetzgeber die Pflicht des Staates, das Leben ungeborener Menschen zu schützen, de facto auf.
22.06.2026, 07 Uhr
Stefan Rehder

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser