Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kopfgeld ausgesetzt

Menschenrechtler fordern Asyl für ägyptischen Aktivisten

Tamer Fahim engagiert sich in seiner Heimat Ägypten für koptische Christen. Der IGFM zufolge ist dort ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt.
Beerdingungsgottesdienst für 2015 in Libyen enthauptete Kopten
Foto: Ibrahim Hendy (dpa) | 15.05.2018, Ägypten, al-Minya: Familienangehörige von koptischen Christen, die 2015 in der libyschen Stadt Sirte von Mitgliedern des sogennanten Islamischen Staats (IS) enthauptet wurden, trauern über Bildern der ...

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat die Bundesregierung aufgefordert, dem ägyptischen Menschenrechtsaktivisten Tamer Fahim Asyl zu gewähren. Der 41-Jährige engagiert sich in seiner Heimat für koptische Christen und setzt sich besonders dafür ein, dass von Islamisten entführte koptische Mädchen wieder zu ihren Familien zurückgebracht werden. Nach Informationen der in Frankfurt ansässigen Menschenrechtsorganisation ist auf den christlichen Kopten in seinem Heimatland ein Kopfgeld ausgesetzt, so dass sein Leben akut in Gefahr ist.

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„Islamisten zwingen Mädchen und Frauen in Ägypten, ihre Familien zu verlassen und zum Islam zu konvertieren. Vielfach werden sie zwangsverheiratet. Tamer Fahim setzt sich mutig für Frauenrechte und die Rechte der koptischen Christen in seinem Land ein – deshalb muss er nun um sein Leben fürchten“, betonte Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM, gegenüber der „Tagespost“. Deutschland müsse hier ein Zeichen für die Menschenrechte setzen und Tamer Fahim sowie seinen Kindern in Deutschland Asyl gewähren, heißt es in einem Schreiben an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg. 

Der Ägypter Tamer Fahim ist in der „Maspero Youth Foundation for Development and Human Rights“ aktiv, die vom koptischen Bürgerrechtler und ehemaligen politischen Gefangenen Ramy Kamel gegründet wurde. Nach Angaben der IGFM  haben die Menschenrechtsaktivisten seit 2019 mehr als hundert koptische Mädchen zu ihren Familien zurückgebracht. Dabei werden sie immer wieder von den ägyptischen Behörden bei ihrer Arbeit behindert. So wurde Tamer Fahim von mehreren Menschen angegriffen und verletzt, sein Vater wurde bewusstlos geschlagen und verstarb später an den schweren Kopfverletzungen.  DT/chp

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