München

Lebensschützer protestieren gegen Aktion für "sichere Abtreibungen"

Eine Aktion der Stadt München erregt den Ärger von Lebensschützern. Das Rathaus soll während einer Kundgebung für "sichere Abtreibung" violett angestrahlt werden. Die CDL sieht das Neutralitätsgebot verletzt.
Jedes Kind will leben
Foto: Armin Weigel (dpa) | CDL Bayern protestiert gegen die Aktion der Stadt München zum "Safe Abortion Day". Auch der ungeborene Mensch genießt den Schutz der Menschenwürde.

Die Christdemokraten für das Leben (CDL) Bayern protestieren gegen eine Aktion der Stadt München. Die Stadt will am heutigen Abend zum sogenannten „Safe Abortion Day“ das Rathaus am Marienplatz violett anstrahlen lassen. Damit stellt sich die Stadt hinter eine Bewegung, die „sichere Abtreibungen“ fordert. Die Aktion erfolgt auf Antrag der Ratsfraktionen von SPD und Die Grünen. Der Oberbürgermeister von München hatte sich hinter die Aktion gestellt.

Schweigen des Erzbistums

Die Münchener Kirchenzeitung hatte eine eindeutige Stellungnahme vom Erzbistum München gegen diese Aktion gefordert. Der Erzbischof von München hat sich bislang allerdings noch nicht dazu geäußert, wie die CDL- Vorsitzende Christiane Lambrecht bedauert. Kardinal Marx kenne sie ansonsten als einen bekennenden Lebensschützer, zeigte sich die Christdemokratin verwundert. Ein Vertreter des Erzbistums hatte, wie inzwischen bekannt wurde, in einem Brief an den Oberbürgermeister zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit dem Thema aufgerufen. Die Kirche setze sich, so betont der Brief, für umfassenden Lebensschutz ein.

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Neutralitätsgebot verletzt

Christiane Lambrecht sagte gegenüber dieser Zeitung, die CDL Bayern lasse gerade anwaltlich prüfen, ob die Aktion der Stadt München rechtswidrig sei. Es liege ihrer Ansicht nach ein Verstoß gegen das Neutralitätsgebot der Stadt vor. Die Forderung nach sicheren Abtreibungen stellt ein Problem dar, da Abtreibung nach geltendem Recht eine Straftat darstellt, die nur unter bestimmten Bedingungen nicht strafrechtlich verfolgt wird. Für die CDL Bayern appelliert die Vorsitzende an den Bürgermeister der Stadt München: "Stoppen Sie diese menschenverachtende Aktion!"

Ich will leben

Für den Schutz des menschlichen Lebens wird es am heutigen Abend eine Kundgebung in München geben, der von einer Gruppe vorwiegend jüngerer Bürgerinnen und Bürger aus München und Umgebung organisiert wurde. Unter dem Titel „Ich will leben – Echte Hilfe für Mama und mich!“ lädt der Verein „Stimme der Stillen e.V.“ zu einer Kundgebung an der Sendlinger Straße ein. DT/pwi

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