Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung München

Lebensschützer protestieren gegen Aktion für "sichere Abtreibungen"

Eine Aktion der Stadt München erregt den Ärger von Lebensschützern. Das Rathaus soll während einer Kundgebung für "sichere Abtreibung" violett angestrahlt werden. Die CDL sieht das Neutralitätsgebot verletzt.
Jedes Kind will leben
Foto: Armin Weigel (dpa) | CDL Bayern protestiert gegen die Aktion der Stadt München zum "Safe Abortion Day". Auch der ungeborene Mensch genießt den Schutz der Menschenwürde.

Die Christdemokraten für das Leben (CDL) Bayern protestieren gegen eine Aktion der Stadt München. Die Stadt will am heutigen Abend zum sogenannten „Safe Abortion Day“ das Rathaus am Marienplatz violett anstrahlen lassen. Damit stellt sich die Stadt hinter eine Bewegung, die „sichere Abtreibungen“ fordert. Die Aktion erfolgt auf Antrag der Ratsfraktionen von SPD und Die Grünen. Der Oberbürgermeister von München hatte sich hinter die Aktion gestellt.

Schweigen des Erzbistums

Die Münchener Kirchenzeitung hatte eine eindeutige Stellungnahme vom Erzbistum München gegen diese Aktion gefordert. Der Erzbischof von München hat sich bislang allerdings noch nicht dazu geäußert, wie die CDL- Vorsitzende Christiane Lambrecht bedauert. Kardinal Marx kenne sie ansonsten als einen bekennenden Lebensschützer, zeigte sich die Christdemokratin verwundert. Ein Vertreter des Erzbistums hatte, wie inzwischen bekannt wurde, in einem Brief an den Oberbürgermeister zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit dem Thema aufgerufen. Die Kirche setze sich, so betont der Brief, für umfassenden Lebensschutz ein.

Lesen Sie auch:

Neutralitätsgebot verletzt

Christiane Lambrecht sagte gegenüber dieser Zeitung, die CDL Bayern lasse gerade anwaltlich prüfen, ob die Aktion der Stadt München rechtswidrig sei. Es liege ihrer Ansicht nach ein Verstoß gegen das Neutralitätsgebot der Stadt vor. Die Forderung nach sicheren Abtreibungen stellt ein Problem dar, da Abtreibung nach geltendem Recht eine Straftat darstellt, die nur unter bestimmten Bedingungen nicht strafrechtlich verfolgt wird. Für die CDL Bayern appelliert die Vorsitzende an den Bürgermeister der Stadt München: "Stoppen Sie diese menschenverachtende Aktion!"

Ich will leben

Für den Schutz des menschlichen Lebens wird es am heutigen Abend eine Kundgebung in München geben, der von einer Gruppe vorwiegend jüngerer Bürgerinnen und Bürger aus München und Umgebung organisiert wurde. Unter dem Titel „Ich will leben – Echte Hilfe für Mama und mich!“ lädt der Verein „Stimme der Stillen e.V.“ zu einer Kundgebung an der Sendlinger Straße ein. DT/pwi

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Abtreibung Christdemokraten für das Leben Erzbistum München und Freising Reinhard Marx SPD Schwangerschaftsabbruch

Weitere Artikel

Ein Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft wird von einem Syrer krankenhausreif geschlagen. Die Organisation reagiert mit einer Kundgebung gegen antisemitische Gewalt.
25.07.2026, 21 Uhr
Jakob Naser
Sie haben Fragen, er hat es nicht eilig: Nach der Empfehlung des Münchner Erzbischofs zugunsten von Segensfeiern für irreguläre Beziehungen regt sich erstmals Unmut im Klerus.
23.07.2026, 07 Uhr
Jakob Ranke
Das Erzbistum München hebelt im Umgang mit spirituellem Missbrauch das Kirchenrecht aus. Was Betroffene riskieren, wenn sie das Gespräch mit dem Erzbistum suchen.
17.07.2026, 13 Uhr
Heribert Hallermann

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser