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Leben ohne Glauben und Kirche für Jens Spahn unvorstellbar

Der CDU-Politiker erklärt im Gespräch mit der "Tagespost", was er unter "Ehe" versteht, und fordert eine Debatte über den Begriff "Leitkultur".
Fortsetzung der Sondierungsgespräche
Foto: Michael Kappeler (dpa) | Findet den Begriff Ehe für alle "furchtbar": der CDU-Politiker Jens Spahn.

Der CDU-Politiker Jens Spahn kann sich ein Leben ohne Glaube und die Kirche nicht vorstellen. Seine christliche Prägung habe er „mit der Muttermilch“ aufgesogen, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär im Finanzministerium im Interview mit dieser Zeitung (Donnerstag). Spahn, der in einer homosexuellen Beziehung lebt, fordert auch einen fairen Umgang mit gleichgeschlechtlichen Paaren. „Ich bin so gemacht. Wenn Gott das so gewollt hat, dann möchte er auch, dass man mich so nimmt wie ich bin“, meint Spahn. Das lehre ihn sein Glaube.

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Spahn: Begriff "Ehe für alle" ist furchtbar

Den Begriff „Ehe für alle“ findet der CDU-Bundestagsabgeordnete jedoch „furchtbar“. Auch wenn er die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare begrüße, bleibe die Ehe für ihn ein Bund zweier erwachsener Menschen. Grundsätzlicher sei die Frage, wie gesellschaftlich wichtige Werte in einer institutionellen Weiterentwicklung bewahrt werden können. Zudem müsse man sich verstärkt darum bemühen, dass sich wieder mehr junge Menschen „für die Ehe, für eine dauerhafte Beziehung und für Kinder entscheiden“.

Spahn fordert zudem eine Debatte über den Begriff „Leitkultur“. Diesen definiert der CDU-Politiker als „ungeschriebene Regeln, die Orientierung, Sicherheit und Heimat bieten sowie Freiheit ermöglichen“. Sie seien nicht starr, sondern entwickelten sich stetig weiter. Dabei bemängelt der 37-Jährige, dass sich in den letzten Jahren viele „im Multikulti verheddert“ hätten. Nicht alles, was kulturell anders ist, sei auch gleichzeitig eine Bereicherung. Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht er jedoch nicht für diese Entwicklung verantwortlich. „Ich habe nie wahrgenommen, dass Angela Merkel für Multi-Kulti geworben hat“, so Spahn.

"Es gibt Grenzen dessen, was leistbar ist“

In der Flüchtlingshilfe trage jeder Christ zwei Herzen in der Brust. Zum sei es ein „zutiefst christlicher Ansatz, Menschen in Not zu helfen und den Mantel zu teilen“. Andererseits gebe es nicht unendlich viele Mäntel: „Es gibt Grenzen dessen, was leistbar ist.“ Um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen müsse in Zukunft auch in der Flüchtlingspolitik das Recht konsequent durchgesetzt werden.

DT/mlu

Das Interview in voller Länge lesen Sie in der Ausgabe der "Tagespost" vom 04. Januar

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Redaktion Angela Merkel Ehe für alle Jens Spahn

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