Erfurt/Würzburg

Lauterbachs Corona-Management: Deutsche gespalten

Gespalten, aber mehrheitlich kritisch ist die Haltung der Deutschen zum Pandemie-Management von Gesundheitsminister Lauterbach. Einer aktuelle Tagespost-Umfrage zufolge sind 43 Prozent für einen Rücktritt, wenn er Corona nicht in den Griff bekommt.
Katholiken mehrheitlich pro Lauterbach
Foto: Wolfgang Kumm (dpa-Zentralbild) | Von den katholischen Befragten ist eine relative Mehrheit von 43 Prozent der Ansicht, dass Lauterbauch nicht zurücktreten sollte, wenn er die Pandemie nicht in den Griff bekommt.

Die Deutschen sind gespalten in der Frage, ob Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zurücktreten soll, wenn er die Corona-Pandemie nicht unter Kontrolle bekommt. Eine relative Mehrheit von 43 Prozent der Deutschen befürwortet zwar einen Rücktritt. Gleichzeitig sind aber auch 35 Prozent dagegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts „INSA Consulere“, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde. 14 Prozent der Befragten wissen nicht wie sie zu der Frage eines potenziellen Rücktritts Lauterbachs stehen. Acht Prozent machen dazu keine Angabe.

Katholiken mehrheitlich pro Lauterbach

Die Aussage, zu der die Teilnehmer der Umfrage Stellung beziehen sollten, lautete: „Wenn Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Corona-Pandemie nicht unter Kontrolle bekommt, sollte er zurücktreten.“ Während Befragte aus dem Westen mit 44 zu 34 Prozent relativ-mehrheitlich nicht der Ansicht sind, dass er dann zurücktreten sollte, sind Befragte aus dem Osten relativ-mehrheitlich der Ansicht, dass er dann zurücktreten sollte (41 zu 36 Prozent).

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Von den katholischen Befragten ist eine relative Mehrheit von 43 Prozent der Ansicht, dass Lauterbach nicht zurücktreten sollte, wenn er die Pandemie nicht in den Griff bekommt. Aber auch Katholiken sind gespalten: Die gegenteilige Meinung vertreten noch 37 Prozent. 15 Prozent wissen nicht, wie sie zu der Frage stehen. Von den Protestanten sind sogar 48 Prozent der Ansicht, dass der Gesundheitsminister nicht zurücktreten sollte. 32 Prozent sind gegenteiliger Ansicht. Freikirchler sind in der Frage weniger entschlossen als andere konfessionelle Gruppen: 26 Prozent sind für einen Rücktritt Lauterbachs, sollte er die Pandemie nicht unter Kontrolle bekommen. 38 Prozent sind dagegen. 24 Prozent wissen nicht, wie sie zu der Frage stehen. 

Nur AfD-Wähler mehrheitlich für Rücktritt

Die Erhebung, für die 2.141 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 11. und 14. Februar befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach Partei-Affinität auf. Lediglich Wähler der AfD sind mit 70 Prozent ganz überwiegend mehrheitlich der Ansicht, dass Lauterbach zurücktreten sollte, wenn er die Corona-Pandemie nicht unter Kontrolle bekommt. Bei den Anhängern der Union (48 Prozent gegen einen Rücktritt), der Linken und der FDP (jeweils 47 Prozent gegen einen Rücktritt) ist die Unterstützung für Lauterbach in etwa gleich hoch. Von den Grünen-Wählern sind sogar 63 Prozent gegen einen Rücktritt. Am höchsten ist dieser Prozentsatz erwartungsgemäß bei Wählern der SPD (72 Prozent).  DT/mlu

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