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Laschets Leid

Der ehemalige CDU-Kanzlerkandidat beklagt die mangelnde Relevanz katholischer Laien für gesellschaftliche Debatten. Das ZdK kreise zu sehr um sich selbst.
Der CDU-Politiker Armin Laschet
Foto: IMAGO / dts Nachrichtenagentur | Armin Laschet ist ein Spitzenpolitiker, der nicht nur ein engagierter katholischer Laie ist, sondern der auch deswegen nur Politiker geworden ist, weil er durch seine katholische Sozialisation entsprechend vorgeprägt ...

Er war Kanzlerkandidat der Union, Ministerpräsident von NRW und sitzt jetzt dem Auswärtigen Ausschuss im Bundestag vor. Irgendwie ist Armin Laschet aber auch ein Letzter seiner Art: ein Spitzenpolitiker, der nicht nur ein engagierter katholischer Laie ist, sondern der auch deswegen nur Politiker geworden ist, weil er durch seine katholische Sozialisation entsprechend vorgeprägt war.

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In den Jahrgängen, zu denen der mittlerweile schon 65-Jährige zählt, gab es solche Lebenswege noch relativ häufig. Auch wenn sie natürlich nicht immer im Parlament oder in der Regierung mündeten, aber eben doch in einem Einsatz für das Gemeinwohl aus dem Glauben heraus.

Wo sind die kleinen Armins?

Und heute? Wo sind die kleinen Armins? Zumindest sitzen sie nicht im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Früher sei es selbstverständlich gewesen, dass führende Christdemokraten dort mitgearbeitet hätten. Die Zeiten, als dort Debatten durch Persönlichkeiten wie Hans Maier geprägt worden seien, seien wohl lange vorbei, stöhnte Laschet nun auf. Stattdessen kreise das ZdK nur um sich selbst. Der Synodale Weg möge in bestimmten Bereichen seine Berechtigung gehabt haben, aber es seien eben letztlich binnenkirchliche Fragen, die in der Gesellschaft kaum jemanden interessierten. Stattdessen gebe es aber eine große Orientierungsnot. Die Menschen suchten bei vielen wichtigen Fragen, vom Lebensschutz bis hin zum Umgang mit KI, nach ethischer Orientierung. Hier seien katholische Laien gefordert, um in den Debatten das Wort zu ergreifen.

Laschet hatte sich den richtigen Ort für seine Philippika ausgesucht: die „Essener Gespräche“, dort wird seit 60 Jahren, in der Akademie des Bistums Essen, über das Verhältnis zwischen Staat und Kirche diskutiert. Vor diesem Publikum hatte der katholische Rheinländer Laschet ein Heimspiel. Die Sorge, ja in gewisser Weise sogar ein Leiden an dieser Irrelevanz, teilen hier viele. Entsprechend freundlich fiel der Applaus aus.

Laschet artikuliert eine Sorge, die viele umtreibt

Bezeichnend dabei: Hier handelte es sich gerade nicht um ein Publikum, das einem kirchenpolitischen Lager zuzurechnen wäre, das grundsätzlich kritisch auf das ZdK schaut. Ganz im Gegenteil. Unter den Zuhörern saß etwa auch Thomas Sternberg, der Vorgänger von Irme Stetter-Karp als ZdK-Präsidentin. Allerdings war der CDU-Politiker, als Laschet seine Kritik äußerte, gerade draußen.

Laschet nahm in seiner Kritik auch explizit Sternberg aus, mit dem er nicht zuletzt in der NRW-Landespolitik eng zusammengearbeitet hatte. Trotzdem: Laschet artikulierte hier eine Sorge, die gerade die umtreibt, die es eigentlich gut mit dem ZdK meinen. Ob die Verantwortlichen es hören? Um daraus noch Konsequenzen für den Katholikentag im Mai in Würzburg zu ziehen, ist es wahrscheinlich zu spät.

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Sebastian Sasse Zentralkomitee der deutschen Katholiken

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