Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung

Kreuzerlass: Kardinal Marx kritisiert Söder

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx wirft dem bayerischen Ministerpräsidenten Spaltung, Unruhe und Gegeneinander vor. Das Kreuz sei nicht zu haben ohne den Mann, der daran gehangen hat.
Sitzung Kabinett
Foto: Peter Kneffel (dpa) | 24.04.2018, Bayern, München: Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident (CSU), hält ein Kreuz, das er im Eingangsbereich der bayerischen Staatskanzlei aufhängt.

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx wirft dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) vor, mit seinem Kreuzerlass „Spaltung, Unruhe, Gegeneinander“ ausgelöst zu haben. „Wenn das Kreuz nur als kulturelles Symbol gesehen wird, hat man es nicht verstanden“, sagte Marx, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag). „Dann würde das Kreuz im Namen des Staats enteignet.“ Es stehe dem Staat aber nicht zu, zu erklären, was das Kreuz bedeute.

Das Kreuz sei nicht zu haben ohne den Mann, der daran gehangen hat, ergänzte der Erzbischof von München und Freising. „Es ist ein Zeichen des Widerspruchs gegen Gewalt, Ungerechtigkeit, Sünde und Tod, aber kein Zeichen gegen andere Menschen.“ Ein Kreuz aufhängen heiße: „Ich möchte mich an den Worten dessen orientieren, der am Kreuz für die ganze Welt gestorben ist.“ Das sei eine Provokation, für jeden Christen, für die Kirche, aber auch für den Staat, der sich auf dieses Zeichen beziehen wolle.

Die gesellschaftliche Debatte über das Kreuz halte er für wichtig, betonte Marx. So gelte es, darüber zu diskutieren, was es heißt, in einem christlich geprägten Land zu leben. Dabei müssten aber alle einbezogen werden: Christen, Muslime, Juden und jene, die gar nicht gläubig seien.

DT/KNA

 

Themen & Autoren
CSU Kardinäle Markus Söder Reinhard Marx

Weitere Artikel

Während die AfD von Erfolg zu Erfolg marschiert, sucht die Union nach Führung. Ein politisch-musikalisches Feuilleton.
18.09.2026, 11 Uhr
Henry C. Brinker
Proteste und massive Einkommensverluste zeigen Reformbedarf beim neuen Vertrag. Doch auf Bundesebene bleibt eine konkrete Lösung bislang aus.
07.02.2026, 09 Uhr
Dorothea Schmidt

Kirche

Populismus schlecht, Migration gut? Auf diese Klischees will Bischof Erik Varden sich nicht einlassen. Ein Segen!
28.09.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Die katholischen Bischöfe treffen sich zu ihrer traditionellen Herbstversammlung. Die Gesprächsthemen reichen von AfD bis Kirchenreformen. Gewählt werden neue Kommissionsvorsitzende.
28.09.2026, 08 Uhr
Leo XIV. ruft in Lourdes eindringlich zur Umkehr auf. Und verteidigt die Stimme der Kirche im öffentlichen Diskurs des laizistischen Frankreichs.
27.09.2026, 13 Uhr
Regina Einig