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Kein Friede zwischen Israel und Libanon

Patriarch Rai ruft zur Versöhnung auf, doch Hisbollah-Führer Nasrallah misstraut westlichen Vermittlern.
Israelische Sicherheitskräfte arbeiten am Schauplatz eines Raketenangriffs aus dem Libanon in Kiryat Shmona, Nordisrael.
Foto: Ayal Margolin (Jini via XinHua) | Israelische Sicherheitskräfte arbeiten am Schauplatz eines Raketenangriffs aus dem Libanon in Kiryat Shmona, Nordisrael.

Einen leidenschaftlichen Friedensappell beinhaltet die aktuelle Fastenbotschaft des maronitischen Patriarchen und Kardinals Bechara Boutros Rai. Das Oberhaupt der größten christlichen Gemeinschaft im Libanon ruft darin zu Versöhnung und Solidarität auf, prangert Konflikte, Hass und Bosheit an und kritisiert die wachsende Spaltung des Landes. Alle Menschen guten Willens ruft der Patriarch der Maroniten auf, Differenzen zu überwinden und verlorenes Vertrauen wiederherzustellen. Nur mit Versöhnung und Vertrauen sei es möglich, den Staat wiederaufzubauen.

Raketenangriffe auf Kiriat Schmona

Danach sieht es derzeit allerdings weder im krisengeschüttelten Libanon selbst noch im Verhältnis des Landes zu seinem Nachbarn Israel aus. Auch in dieser Woche dauern die Kämpfe zwischen den im Südlibanon dominanten schiitischen Hisbollah-Milizen und der israelischen Armee an. Am Dienstag attackierte die Hisbollah die israelische Grenzstadt Kiriat Schmona neuerlich mit Panzerabwehrraketen. Daraufhin bombardierten israelische Kampfflugzeuge Militäranlagen der vom Iran gesteuerten Hisbollah im Libanon.

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Frankreichs Außenminister Stéphane Séjourné legte Agenturberichten zufolge einen Vorschlag zur Befriedung zwischen Israel und dem Libanon vor. In dem von offizieller Seite bisher nicht bestätigten Vorschlag soll es um den Rückzug der Hisbollah aus dem Grenzgebiet und die Überwachung der Grenze durch die libanesische Armee und UN-Friedenstruppen gehen.

Demgegenüber meinte Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah am Dienstag, die westlichen Delegationen würden lediglich „Israels Positionen übernehmen und sie dann dem Libanon präsentieren“. Sie würden sich jedoch nicht mit „Aggression, Verbrechen und Hungersnot in Gaza“ beschäftigen. DT/sba

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