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Kanzler Kurz lobt die Kirchen

In Wien beschwören Kanzler und Kardinal die Harmonie von Regierung und Religionen.
Österreich: Kanzler Kurz mit Lob für Kirchen
Foto: Georg Hochmuth (APA) | Kurz würdigte die Leistungen der Kirchen, insbesondere im karitativen Bereich, und erinnerte daran, dass er einst als junger Staatssekretär für Integration zunächst die Religionsgemeinschaften einlud.

„Der Glaube ist wichtig für die Menschen“, sagte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) beim Adventempfang für die Kirchen und Religionsgemeinschaften im Wiener Kanzleramt. Kurz würdigte die Leistungen der Kirchen, insbesondere im karitativen Bereich, und erinnerte daran, dass er einst als junger Staatssekretär für Integration zunächst die Religionsgemeinschaften einlud. Weil er den positiven Beitrag der Religionen zur Integration schätze; sie gäben Zuwanderern Halt und Geborgenheit, so der Kanzler.

"Religionen sind immer ein Teil der Lösung von Problemen"

Kanzleramtsminister Gernot Blümel (ÖVP), der als Kultusminister für die Beziehungen der Regierung zu den Religionsgemeinschaften zuständig ist, setzte das Lob des Kanzlers fort: „Die Religionen sind immer ein Teil der Lösung von Problemen.“ Das gelte insbesondere für unsere vielfältig gewordenen Gesellschaft. Mit der Digitalisierung sei die Welt endgültig global geworden. Dadurch würden althergebrachte Werte einem Relativismus anheimfallen. Aber: „Religion ist immer Teil der Lösung. Auch die Seele hat Bedürfnisse“, nämlich nach „Verwurzelung“, nach Halt und Hoffnung.

Es war beim Adventempfang in den Repräsentationsräumen des Bundeskanzleramts Kardinal Christoph Schönborn vorbehalten, darauf hinzuweisen, dass Religionen nicht nur zur Beheimatung beitragen, sondern auch zu Konflikten. „Damit müssen wir als Religionsgemeinschaften uns auseinandersetzen. Wir haben zu lernen von einer Zivilgesellschaft, die uns als Religionsgemeinschaften zum Teil sehr kritisch sieht.“

Stärke Österreichs: Gutes Miteinander zwischen Regierung und Kirche

Lob hatte der Vorsitzende der Bischofskonferenz für die Beziehungen zum Staat: Es sei eine Stärke Österreichs, „um die uns manche Länder beneiden“, dass es ein gutes Miteinander zwischen den Bundesregierungen und den Kirchen gebe. Das sei nicht selbstverständlich, ruhe in Österreich aber auf soliden religionsrechtlichen Grundlagen. Gemeinsam sei der Regierung und den Religionen die Verantwortung für das Gemeinwohl.

DT/sb

Warum in Österreich laut Kardinal Schönborn ein gutes Miteinander zwischen Kirche und Staat herrscht, und warum das Verhältnis zwischen den verschiedenen Konfessionen freundschaftlich ist, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 06. Dezember.

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