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Junge katholische Akademiker zeigen Flagge

Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände, der Zusammenschluss der katholischen Korporationsverbände, bot beim Katholikentag ein Forum für den Dialog.
AGV-Vorsitzender
Foto: AGV e.V./Schneider | Der AGV-Vorsitzende Philipp van Gels (l.) begrüßte in lockerer Atmosphäre zum Auftakt des Katholikentages Pater Josef San Torcuato auf dem Haus der Unitas Ostfalia in Erfurt.

„Ich gehe davon aus, dass auch weiterhin konservative Verbände in der Kirche ihren Platz haben“, sagt Philipp van Gels. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Studentenverbände (AGV) zieht eine positive Bilanz der Aktivitäten seines Verbandes beim Katholikentag in Erfurt.

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Die Arbeitsgemeinschaft ist der Zusammenschluss der katholischen Korporationsverbände, vor allem die großen sind bekannt:  Cartellverband (CV), Kartellverband (KV) und Unitas-Verband (UV). An ihrem Stand konnte die Studenten viele prominente Besucher zum Talk begrüßen, vom Passauer Bischof Stefan Oster, Augsburgs Oberhirten Bertram Meier oder dem Bischof von Görlitz, Wolfgang Ipolt, und Abt Nikodemus Schnabel bis hin zu Vertretern aus Politik und Gesellschaft wie dem Ostbeauftragten der Bundesregierung, Staatsminister Carsten Schneider (SPD), und  dem Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitales, Wolfgang Tiefensee (SPD). Auch der Star am katholischen Influencerinnen-Himmel Christin Brüning schaute vorbei. Sowieso ganz selbstverständlich bei der jungen Zielgruppe: Über die Sozialen Netzwerke werden alle Aktivitäten entsprechend verbreitet.  

Gesellschaft gestalten

Apropos Netzwerke, die Mitgliedsverbände der Arbeitsgemeinschaft sind mit ihren Alten Herren und – dem Unitas-Verband gehören auch Frauen an – Hohen Damen in vielen Schlüsselbereichen der Gesellschaft tätig. Dort wollen sie entsprechend der Prinzipien, denen sich ihre Verbindungen verpflichtet und die sie als Studenten verinnerlicht haben, aus ihrem katholischen Glauben heraus die Gesellschaft mitgestalten. Hierauf bezieht sich auch Philipp van Gels in seiner positiven Bilanz der vergangenen Tage in Erfurt: „Wir sind als angehende Akademiker dem Diskurs, der Debatte und dem Dialog verpflichtet. Im Sinne dieses Dialogs wirken wir auch in unsere Kirche hinein. Und tragen so dazu bei, Polarisierungen zu verhindern“, erklärt er gegenüber dieser Zeitung.

Regelmäßige Seminare

Regelmäßig führt die Arbeitsgemeinschaft sogenannte Dialogseminare durch, an denen in der Regel auch die Vororte teilnehmen, das sind die studentischen Vorstände der Koporationsverbände. Vor einigen Wochen ging es nach Washington, wo die angehenden Akademiker sich ein Bild über die gesellschaftliche Lage in den USA vor den Präsidentschaftswahlen machten. Zu den Gesprächspartnern gehörte unter anderem der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Timothy P. Broglio. Die AGV meldet sich aber auch zu tagespolitischen Problemen zu Wort. Vor wenigen Tagen veröffentlichten die Studenten eine Resolution, in der sie sich klar und deutlich gegen Antisemitismus und Antizionismus an den Universitäten aussprechen und einen besseren Schutz für ihre jüdischen Kommilitonen fordern.

Kein Wunder, dass bei so einer Prägung immer wieder frühere AGVler später den Weg in die Politik finden. So war etwa der Leiter der NRW-Staatskanzlei, Bernd Schulte, einmal Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft. Genauso wie Johannes Winkel, der jetzt als Bundesvorsitzender der Jungen Union vorsteht.     

Lesen Sie weitere Berichte zum 103. Katholikentag in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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