Für den Lebensschutz

Hunderttausende Kolumbianer demonstrieren gegen Abtreibung

In mehr als 70 Städten gehen die Menschen in Kolumbien am Wochenende auf die Straße. Sie fordern die Rücknahme des Verfassungsgerichtsurteils, das Abtreibungen legalisierte.
Demonstrationen gegen Abtreibung in Kolumbien
Foto: Chepa Beltran via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Rund 200.000 Menschen in 78 Städten haben am Wochenende für den Schutz ungeborenen Lebens demonstriert. Im Bild: Proteste vom Februar 2022.

In Kolumbien haben am Samstag Hunderttausende hellblau gekleidete Menschen mit Transparenten und Fahnen in mehr als 70 Städten für den Schutz des ungeborenen Lebens und gegen Abtreibung demonstriert. Laut der Nachrichtenagentur ACI Prensa, die auf Jesús Magaña, den Vorsitzenden der veranstaltenden Plattform „Vereint für das Leben“ („Unidos por la vida“) verweist, nahmen am landesweiten "Marsch für das Leben" rund 200.000 Menschen in 78 Städten teil.

"Manifest für das Leben"

Auf den Demonstrationen des „16. Nationalen Marsches für das Leben“ wurde ein von der Plattform erstelltes „Manifest für das Leben“ verlesen. Darin heißt es, das kolumbianische Volk sei „empört“ über das im Februar erlassene Urteil des kolumbianischen Verfassungsgerichts, das Abtreibungen bis zur 24. Schwangerschaftswoche legalisierte. Die Plattform versichert, „alle rechtlichen, politischen, kulturellen und sozialen Mittel“ ausschöpfen zu wollen, „um das Recht wiederherzustellen, das seit Jahren vom Verfassungsgericht systematisch verletzt werde“. Jesús Magaña: „Wir wollen der Welt sagen, dass Kolumbien ein Land des Lebens ist und dass wir nicht ruhen werden, bis das Recht auf Leben vom Moment der Befruchtung bis zum natürlichen Tod gewährleistet ist“. 

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Die Pro-Life-Plattform forderte die vier Richter des Gerichts auf, von ihren Ämtern zurückzutreten und sich „vor dem Volk für den Machtmissbrauch juristisch und sozial zu verantworten“. Das Manifest ermahnt außerdem die Kolumbianer, „diese Art von Handlungen des Verfassungsgerichts zu überdenken, da es zu einem Organ geworden ist, das das Gleichgewicht der Gewalten durchbricht, das demokratische System zerstört und die Verfassung durch seine Neuinterpretationen entstellt.“

Appell an Präsidentschaftskandidaten

Der Vorsitzende von „Vereint für das Leben“ erklärte darüber hinaus, dass die Plattform die Präsidentschaftskandidaten – der erste Wahlgang findet am 29. Mai statt – auffordern werden, „sich für den Schutz des Lebens einzusetzen, insbesondere für das Leben ungeborener Kinder und ihrer Mütter durch eine klare öffentliche Politik“. Die Kandidaten für das Präsidentenamt werden ermahnt, einen „Pakt für das Leben“ zu unterzeichnen. Darin heißt es: „Die verfassungsrechtliche Anerkennung des Vorrangs und der Unantastbarkeit des Lebens schließt grundsätzlich jede zulässige Möglichkeit von Handlungen aus, die freiwillig und unmittelbar den Tod ungeborener Lebewesen herbeiführen sollen, und ermächtigt den Gesetzgeber, Handlungen zu kriminalisieren, die ihren Tod herbeiführen sollen“. Die Präsidentschaftskandidaten sollen sich verpflichten, „öffentliche Politiken und Maßnahmen meiner Regierung zu entwickeln, die die Verhinderung von Abtreibungen fördern“. 

Einer der Präsidentschaftskandidaten, Senator John Milton Rodríguez von der „Colombia Justa Libres“, nahm aktiv am Marsch für das Leben teil. Er selbst teilte auf den sozialen Netzwerken ein Video, in dem er beim Marsch eine Rede hält.  DT/jg

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