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Kolumbien legalisiert Abtreibung

Das Verfassungsgericht in Kolumbien hat Abtreibungen bis zur 24. Schwangerschaftswoche erlaubt.
„Sie starb bei einer legalen Abtreibung“, steht über Bildern
Foto: Camila Diaz (colprensa) | „Sie starb bei einer legalen Abtreibung“, steht über Bildern, die von Gegnern der Entkriminalisierung von Abtreibungen vor dem Verfassungsgericht in Bogotá hoch gehalten werden.

In einer außerordentlichen Sitzung hat das kolumbianische Verfassungsgericht in Bogotá mit fünf zu vier Stimmen entschieden, Abtreibungen bis zur 24. Schwangerschaftswoche zu legalisieren. Die Abstimmung wurde begleitet von Demonstrationen feministischer Gruppen sowie von Lebensschützern.

Das Gesetz ermöglicht es Frauen, bis zur 24. Schwangerschaftswoche abzutreiben. Bei einer Vergewaltigung, Lebensgefahr für die Mutter oder einer Fehlbildung des Fötus gibt es keine obere Grenze für eine Abtreibung. Seit 2006 war eine Abtreibung in Kolumbien ausschließlich aus einem der drei Gründen erlaubt.

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Ein südamerikanischer Trend

Der Präsident der Plattform „United for Life“, Jesús Magaña, sagte gegenüber ACI Prensa, der spanischsprachigen Ausgabe der katholischen Nachrichtenagentur "CNA", dass der Beschluss auf den Antrag einer feministischen Gruppe gefolgt sei, die von „ProFamilia, der größten Abtreibungsklinik in Kolumbien“ finanziert sei. Magaña berichtete, dass bei einer Sitzblockade vor dem Gericht Lebensschützer Hunderte von Särgen auf dem Gehsteig platziert hätten, die die abgetriebenen Kinder repräsentieren sollten.

Kolumbien folgt mit dieser Entscheidung anderen südamerikanischen Ländern wie Mexiko und Argentinien, die Abtreibungen in den letzten Monaten ebenfalls ganz oder teilweise entkriminalisiert haben. DT/sdu

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