Wien

FPÖ-Chef Hofer: Koran gefährlicher als Corona

Der Koran sei gefährlicher als Corona, meint FPÖ-Chef Norbert Hofer - nach der anti-islamischen Polemik sieht er sich mit Kritik, Anzeigen, Beschimpfungen und Drohungen konfrontiert.
Bundesparteitag der FPÖ in Österreich
Foto: Erwin Scheriau (APA) | Österreich, Graz: Norbert Hofer, designierter Vorsitzender der FPÖ, spricht während des 33. ordentlichen Bundesparteitags der FPÖ.

Eine anti-islamische Polemik von FPÖ-Chef Norbert Hofer sorgt für Aufregung in Österreich. Bei einer Kundgebung seiner Partei in Wien hatte Hofer am Dienstag gesagt, er fürchte sich nicht vor Corona. „Corona ist nicht gefährlich. Da ist der Koran gefährlicher.“ Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Ümit Vural, sprach von einer „unglaublichen Entgleisung“ und forderte „umgehend eine Entschuldigung“. Hofer beleidige die gesamte muslimische Bevölkerung. Die Staatsanwaltschaft solle prüfen, ob es sich um eine Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren im Sinn des Strafrechts handle. 

Entschuldigung für "diffamierenden Provokationen" gefordert

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Anzeige erstattete in diesem Sinn die „Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen“ (IMÖ) gegen Norbert Hofer wie auch gegen die FPÖ als Veranstalter. Auch die SPÖ zeigte sich empört. Hofer, der auch Vizepräsident des österreichischen Nationalrats ist, solle sich für seine „diffamierenden Provokationen“ entschuldigen.

„Entsetzt und schockiert“ zeigte sich der evangelisch-reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld. Wer einen Vergleich wie Hofer ziehe, betreibe „übelste Hetze, die mich an die Nazi-Diktion erinnert“. Von der Verdammung eines Buchs bis zur Verdammung von Menschen, eines ganzen Volkes, einer Religionsgemeinschaft oder einer ethnischen Gruppe sei es manchmal nur ein kleiner Schritt. Hennefeld wörtlich: „Mit diesem unseligen und verabscheuungswürdigen Vergleich wird als Bedrohung dargestellt, was für fast zwei Milliarden Menschen die Grundlage ihres Glaubens ist.“

Hofer: Worte "nicht ganz unbegründet"

Hofer selbst sieht sich nach seiner Äußerung in den sozialen Netzwerken mit Beschimpfungen und sogar Morddrohungen konfrontiert. Er selbst schließt daraus, dass seine Worte „nicht ganz unbegründet“ gewesen seien. Die FPÖ spricht von „Hassreaktionen auf die Kritik am Islam“. Radikale Islamisten würden in den sozialen Netzwerken dazu aufrufen, Hofer zu töten.

DT/sba

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