Die Pläne der Bundesregierung zum Elterngeld sorgen für Aufregung. Wie soll das gehen: eine geplante Einsparung und gleichzeitig eine Verbesserung? „Bei der geplanten Elterngeldreform ist es wie bei einer zu kurzen Decke: Egal, wie man zieht und zupft, es fehlt immer ein Stück. Ursprünglich sollte die Bezugsdauer auf zwölf Monate pro Familie sinken. Nun sollen Familien immerhin weiter 14 Monate Elterngeld beziehen können. Das ist positiv. Doch weil die Regierung weiterhin kräftig sparen will, zahlen Familien an anderer Stelle den Preis: mit weniger Flexibilität und weniger finanzieller Sicherheit“, sagt Ulrich Hoffmann, Präsident des Familienbundes der Katholiken, dazu gegenüber dieser Zeitung.
„Vier Monate sollen künftig für jeden Elternteil reserviert sein, nur sechs Monate frei aufteilbar. Damit kann bei Paaren ein Elternteil statt bisher zwölf nur noch maximal zehn Monate Elterngeld beziehen. Für die vier reservierten Monate soll die Lohnersatzrate zwar auf 80 Prozent steigen, für die sechs übrigen aber auf 50 Prozent sinken. Wer damit nicht auskommt, muss womöglich früher zurück in den Job. Dabei besteht der allgemeine Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung erst ab dem ersten Geburtstag“, so Hoffmann weiter. Außerdem merkt der Präsident des Familienbundes an: „Die Erhöhung der Lohnersatzrate in den ersten vier Monaten klingt großzügig. Doch wegen der Höchstgrenze kommt davon bei vielen Familien nur wenig an. Diese seit 2007 konstante Grenze soll gerade einmal um 100 Euro auf 1.900 Euro steigen. Viele Väter werden daher ihre vier Monate nicht ausschöpfen. Wer angesichts historisch niedriger Geburtenzahlen Familien stärken und Geschlechtergerechtigkeit fördern will, sollte Eltern mehr finanzielle Sicherheit geben – nicht weniger.“ (DT/sesa)
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