„Internate sind Musterbeispiele für ganzheitliche Bildung. Kinder und Jugendliche können dort wirklich zu Autoren ihres eigenen Lebens werden“, hat der Augsburger Erziehungswissenschaftler Klaus Zierer bei der Jahrestagung der Internate Vereinigung (DIV) erklärt. Bildung gehe weit über die Vermittlung von Wissen und Kompetenzen hinaus, betonte der Professor für Schulpädagogik in seinem Vortrag zum Thema „Wovon sprechen wir, wenn wir Bildung sagen?“.
Angesichts zunehmender Ängste, Depressionen und Einsamkeit unter jungen Menschen hob Zierer die Bedeutung gemeinschaftlicher Erfahrungen hervor. Internate böten durch musische und handwerkliche Aktivitäten, gemeinsame Freizeitgestaltung und erlebnispädagogische Angebote zahlreiche Möglichkeiten, soziale Kompetenzen zu entwickeln.
Soziales Lernen stärkt die Demokratie
Insbesondere Rücksichtnahme, Kompromissbereitschaft und der Umgang mit Konflikten seien wichtige Fähigkeiten, die junge Menschen im gemeinschaftlichen Zusammenleben erlernen könnten. Diese sozialen Einstellungen seien auch für die Demokratie von großer Bedeutung.
„Gerade in Zeiten von Digitalisierung und KI braucht es pädagogisch professionell geprägte Lebensräume, in denen Kinder Empathie und Fürsorge entwickeln können“, betonte Zierer. Internate könnten dabei Orte der Geborgenheit und Erfahrungsräume für soziales Lernen bieten.
Der Erziehungswissenschaftler unterstützt zudem den auf der Tagung verabschiedeten „Schondorfer Appell“. Darin fordert die Internate Vereinigung unter anderem mehr Freiräume für Schulen, eine stärkere Persönlichkeitsbildung sowie ein klares Bekenntnis zum Erziehungsauftrag über das Klassenzimmer hinaus. DT/jna
Jetzt die „Tagespost" abonnieren und nichts mehr verpassen.











