Wiesbaden

Erneut weniger Abtreibungen

Statistisches Bundesamt meldet deutlichen Rückgang um 8,5 Prozent – Behörde rätselt über Ursache.
Abtreibungsgegner demonstrieren in München
Foto: Tobias Hase (dpa) | Mit rund 22.900 gemeldeten Abtreibungen im 2. Quartal 2021 betrug der Rückgang der vorgeburtlichen Kindstötungen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs diesmal 8,5 Prozent.

Zum zweiten Mal in Folge wurden dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden weniger Abtreibungen gemeldet als in den Vergleichsquartalen des Vorjahres. Das teilte die Behörde gestern in Wiesbaden mit. Mit rund 22.900 gemeldeten Abtreibungen im 2. Quartal 2021 betrug der Rückgang der vorgeburtlichen Kindstötungen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs diesmal 8,5 Prozent. Ende Juni hatte das Statistische Bundesamt für das erste Quartal bereits einen Rückgang gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres um 7,0 Prozent verzeichnet.

Amt: „keine eindeutige Ursache“ erkennbar

Wie das Amt weiter mitteilte, ließe die „Datenmeldungen beziehungsweise die Datenstruktur“ jedoch „keine eindeutige Ursache“ für den „erneut deutlichen Rückgang“ erkennen. Demnach waren 69 Prozent der Frauen, die im 2. Quartal 2021 eine vorgeburtliche Kindstötung vornehmen ließen, zwischen 18 und 34 Jahre alt, 20 Prozent waren zwischen 35 und 39 Jahre alt. Acht Prozent der Frauen waren 40 Jahre und älter, drei Prozent junger als 18 Jahre.

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Rund 41 Prozent der Frauen hatten vor der Abtreibung noch kein Kind zur Welt gebracht. 96 Prozent der dem Amt gemeldeten vorgeburtlichen Kindstötungen wurden nach der Beratungsregelung vorgenommen. Eine Indikation aus medizinischen Grunden oder aufgrund von Sexualdelikten war in den vier Prozent der Fälle Begrundung fur die Abtreibung.

Abtreibungspille kam in 32 Prozent der Fälle zum Einsatz

Wie das Amt weiter ausführt, wurden die meisten vorgeburtlichen Kindstötungen (52 Prozent) mit der Absaugmethode durchgefuhrt, bei 32 Prozent kam die Abtreibungspille Mifegyne zum Einsatz. Der Großteil der Abtreibungen erfolgte dabei ambulant. 81 Prozent davon in Arztpraxen beziehungsweise OP-Zentren, 16 Prozent in Krankenhäusern. Im gesamten Jahr 2020 hatte der Rückgang der dem Statistischen Bundesamt gemeldeten Abtreibungen gegenüber dem Vorjahr nur 0,9 Prozent betragen.  DT/reh

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