Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Nigeria

Erneut ein Priester in Nigeria entführt

Das afrikanische Land wird für Christen immer gefährlicher.
Nigeria: Das Land wird für Christen zunehmend gefährlicher.
Foto: Ammi Zoaka / Pixabay | Ländliche Region in Nigeria. Das Land wird für Christen zunehmend gefährlicher.

Am vergangenen Samstagabend wurde ein katholischer Priester von bewaffneten Männern aus seinem Pfarrhaus in Jos entführt. Das teilte die Ordensgemeinschaft der Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria (OMI) in Nigeria mit. Andere Quellen konnten diese Meldung gegenüber CNA Deutsch bislang nicht bestätigen.

Bei dem entführten Priester handelt es sich den Angaben zufolge um Pater Marcellus Nwaohuocha, den Pfarrer der Pfarrei St. Paul in Bomo in der Erzdiözese Jos im bevölkerungsreichsten Land Afrikas. Er wurde von den Angreifern nach bisheriger Nachrichtenlage am 17. Juni entführt, nachdem die Täter in das Pfarrhaus eingedrungen waren und auf seinen Wachmann geschossen hatten.

Lesen Sie auch:

Kirche wird Reichtum unterstellt

In den letzten Jahren ist Nigeria zu einem gefährlichen Land geworden, weil sich in vielen Regionen eine regelrechte Entführungsindustrie entwickelt hat. Kriminelle bringen die katholische Kirche mit Reichtum in Verbindung und haben es daher besonders auf den Klerus abgesehen. Sie hoffen, dass die Entführungen ihnen Geld einbringen, obwohl die Bischöfe die strikte Politik verfolgen, kein Lösegeld zu zahlen. 

Gezielte Entführungen

Von 2006 bis 2023 wurden landesweit 53 Priester entführt, zwölf angegriffen und 16 getötet. In den letzten siebzehn Jahren wurden 81 Priester in Nigeria Opfer von Angriffen. Dies sind die Zahlen, die die Nigerianische Bischofskonferenzen der Nachrichtenagentur Fides mitgeteilt hat. Besonders im Norden des Landes gibt es zahlreiche terroristische Bewegungen wie „Boko Haram“, aus deren Abspaltungen andere Gruppen entstanden sind, von denen die Provinz des „Islamischen Staates in Westafrika“ (ISWAP) die größte ist. 
Die meisten entführten Priester wurden entweder auf der Straße oder bei Überfällen auf ihre Wohnungen entführt. Es kommt auch vor, dass Priester gezielt angesprochen und auf ihrem Weg zum Dienst entführt wurden – oft auf dem Weg zur Heiligen Messe oder auf dem Rückweg von einem Gottesdienst. DT/chp

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Bischof Boko Haram CNA Deutsch Marcus Claudius Marcellus Pfarrer und Pastoren

Weitere Artikel

Papst Leo besucht Kamerun: In dem mehrheitlich christlichen Land erwartet ihn eine lebendige Ortskirche.
08.04.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
Rupniks Mosaike in Lourdes werden nicht mehr enthüllt. Warum der Bischof des französischen Marienheiligtums einen anderen Weg geht als seine Mitbrüder in Fátima und Aparecida.
05.09.2026, 19 Uhr
Regina Einig

Kirche

Künstliche Intelligenz kann Daten verarbeiten, aber keine Verantwortung übernehmen. Papst Leo XIV. verteidigte in „Magnifica Humanitas“ die menschliche Urteilskraft.
01.11.2026, 09 Uhr
Christoph Fehring
Es gibt ab Samstag neue US-amerikanische Selige: Fünf Franziskaner, die 1957 von Ureinwohnern in Georgia ermordet wurden. Der Grund: Sie verteidigten die monogame Ehe.
31.10.2026, 05 Uhr
Claudia Kock
Halloween wurde zum Filmthema – und machte den Grusel-Tag hierzulande populär. Ein Horrorfilm spiegelt gesellschaftliche Verhältnisse und hinterfragt Selbstverständliches.
31.10.2026, 11 Uhr
Fabian Bell
Ist es falsch, dass die Kirche sich gegen die Todesstrafe stellt? Nein, denn jeder Mensch hat eine unantastbare Würde. Und zwar nicht erst seit Papst Franziskus.
29.10.2026, 21 Uhr
Maximilian Welticke