Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung

"Dreamer"-Protest: Katholische Demonstranten festgenommen

Bei einem Protest katholischer Ordensleute, Priester und Laien im US-Kongress für ein dauerhaftes Bleiberecht der 800.000 "Dreamer" sind am Dienstag (Ortszeit) mehr als 40 Personen festgenommen worden.
US-Einwanderungsstreit
Foto: Kevin Warn (ZUMA Wire) | USA, Kalifornien, Santa Ana: Aktivisten demonstrieren gegen die geplante Abschaffung des unter Obama eingeführten Programms «Deferred Action for Childhood Arrivals» (DACA).

Unter den Festgenommenen war Medienberichten zufolge auch der Wortführer der Demonstranten, der Jesuit Thomas Reese. Der Ordensmann hatte den Protest tags zuvor in einer Kolumne des "National Catholic Reporters" angekündigt.

An den Sprecher des Kongresses, den Republikaner Paul Ryan, der selbst Katholik ist, wandte sich Reese mit der Frage, warum dieser sich nicht für die als "Dreamer" bezeichneten Kinder von Einwanderern ohne Papiere einsetze. Die Dominikaner-Schwester Elise Garcia bezeichnete den Protest für die "Dreamer" als einen "Akt der Solidarität".

Zeitweilig gesellten sich auch mehrere katholische Senatoren und Abgeordnete zu den Demonstranten. Der Demokrat Thomas Suozzi aus New York sagte, er fühle sich "bewegt und inspiriert" durch die Aktion der Kirche. "Das ist es, was wir als Kirche und Land machen müssen".

Der Protest in Washington war einer von vielen in den USA, die eine Telefonaktion begleiteten, zu der die US-Bischoskonferenz aufgerufen hatten. Die Bischöfe hatten alle Katholiken in den USA aufgefordert, bei ihren Volksvertretern im Repräsentantenhaus und im Senat anzurufen, um Druck für einen Verbleib der "Dreamer" zu machen.

Die Aktion hatte überraschend an Dringlichkeit verloren, nachdem das oberste Verfassungsgericht es am Montag abgelehnt hatte, einen Berufungsantrag des Weißen Hauses zu behandeln. Damit bleibt das vom früheren US-Präsidenten Barack Obama erlassene sogenannte DACA-Dekret bis auf weiteres in Kraft. Andernfalls wäre die Schutzfrist für die "Dreamer" am 5. März abgelaufen. Von diesem Tag an hätte den jungen Einwanderern die Abschiebung gedroht. Nun dürfte das Thema ins Zentrum der Kongresswahlen im November rücken.

KNA / jbj

Themen & Autoren
Barack Obama Bleiberecht Kongress der Vereinigten Staaten Migranten Paul Ryan

Weitere Artikel

Dass die katholische Kirche angesichts der Krise in Ceuta als Stimme der Vernunft wahrgenommen wird, liegt vor allem an Erzbischof Rocha. Er appelliert an den gesunden Menschenverstand.
11.08.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Spanien zeigt: Der Migrationsdruck nach Europa bleibt weiterhin hoch. Die Asylpolitik entscheidet sich an den EU-Außengrenzen.
07.08.2026, 14 Uhr
Caroline Schmidt

Kirche

Schneller, höher, weiter: Wie das Forum Altötting der Gemeinschaft Emmanuel Menschen dabei hilft, den Schalter im Alltag umzulegen und Gott neu zu entdecken.
15.08.2026, 17 Uhr
Esther von Krosigk
Die Kirche auf Sri Lanka lässt nicht locker, die Aufklärung der mörderischen Osteranschläge von 2019 zu fordern.
15.08.2026, 11 Uhr
Stephan Baier
Vorbild heidnische Kanaanäerin: entscheidend ist ein existenziell gelebter Glaube an den Messias. Damit wird klar: Der Glaube ist die „demokratischste“ Sache der Welt.
15.08.2026, 21 Uhr
Andrzej Kucinski
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk