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Die SPD und der Glaube an Auferstehung

In ihren Osterkarten stellen die Sozis fest: „Eine Auferstehung ist möglich.“ Mehr als nur Galgenhumor?
Politikredakteur Sebastian Sasse, Lars Klingbeil
Foto: DT / IMAGO / dts Nachrichtenagentur | Not lehrt beten: Wenden sich die Genossen (im Bild Parteichef Lars Klingbeil) jetzt doch noch einer höheren Macht zu?

Da haben die Sozis die Karten auf den Tisch gelegt: „Auferstehung ist möglich“, steht auf den Grüßen, die die SPD-Bundestagsfraktion zu Ostern verschickt hat. Die alte Tante SPD liegt im Sterben – nicht wenige Beobachter deuten so die letzten Wahlergebnisse – und wird plötzlich gläubig? In der „Internationalen“ heißt es doch noch: „Es rettet uns kein höh’res Wesen.“ Nun hat man zwar in letzter Zeit den Eindruck, dass in bestimmten Teilen der Partei, etwa bei den Jusos, diese Ideologie-Schlager von anno dazumal wieder in den persönlichen Charts stehen, aber grundsätzlich wäre es natürlich sehr zu begrüßen, wenn die Sozialdemokraten sich von solchen Vorstellungen endgültig verabschieden sollten.

Gehen wir noch einen Schritt weiter: Angenommen, das war jetzt nicht nur bloßer Galgenhumor. Dann könnte man hier sogar einen Bruch mit dem Menschenbild des Materialismus erkennen. „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will“, heißt ein alter Slogan der Arbeiterbewegung. Selbst ist der Revolutionär – so könnte man auch zusammenfassen. Wer politische Veränderungen will, der muss selbst Hand anlegen. Für viele gesellschaftliche Bereiche mag das auch gelten. Für eine existenzielle Frage des menschlichen Lebens gilt es nicht, für die nach Leben und Tod. Der Mensch kann sich nicht selbst erlösen.

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Haben die Sozis das gemerkt? Jedenfalls ist ihnen für diesen Hinweis, selbst wenn er unbeabsichtigt gewesen sein sollte, zu danken. Zumindest der eine oder andere, der die Karte erhält, gerät vielleicht ins Nachdenken.

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